September 29 2011

Oh man! Es dauert

Ich habe beschlossen Nägel mit Köpfen zu machen und meine unvermeidbare Pleite mir selbst einzugestehen. Normalerweise, würde ich jetzt weiter wurschteln und meine Lage negieren (schönes Wort), doch ich habe nach reichlicher Überlegung und Gesprächen mit Freunden (Kollegen), beschlossen die Fahnen zu streichen und mit einem Schilfrohr unter zu gehen.

In den letzten Jahren habe ich zu viele Probleme kontraproduktiv vermischt. Viele Baustellen, mit denen ich nicht klar komme, haben sich gegenseitig aufgeschaukelt. Eine davon gehe ich nun an. Mit Angst und Zittern. Die Punkte, die mich lähmen, sind nicht voneinander isoliert. Alles ist zu einer großen, dunklen Decke verwoben, die mir die Luft zu atmen nimmt. Ich leide an Depressionen, an schwerem Minderwertigkeits-Komplex, an Angstzuständen und ich leide an meinem Genie, das nie wirklich zum Zuge kommt.

Mein Genie, dein Genie. Genie ist für uns alle da. Nur, dass jeder anders damit umgeht bzw. anerkennt. Jeder Mensch ist bei seiner Geburt damit ausgestattet. Es kommt aber meistens nur darauf an, wie schnell es die Gesellschaften schaffen, das Ganze einzustampfen. Es soll ja etwas Besonderes bleiben. Wie immer, bin ich wieder mal abgeschwoffen. Also zurück zum Punkt.

Mein einfachstes Problem, ein Problem, das ich nicht wirklich als solches anerkannt habe und das dann zum Zerstörer meiner Welten heranwuchs, sind die Finanzen.

Man muss nicht Grieche sein, oder Lehmann heißen, um sich selbst zu täuschen. Ich umschiffte meinen Ruin (finanziell) immer sehr geschickt und genieös. Es gibt für mich viele Probleme der geistigen, philosophischen oder so Art. Geld ist Mathe und Mathe ist logisch. Ha ha ha

Heute bin ich verhältnismäßig schwer verschuldet. Verhältnismäßig heißt, dass meine Schulden summa sumarum zwar kleiner sind als bei vielen anderen Leuten, die ich kenne, doch bei mir fehlt, kurz-, mittel- und auch langfristig, ein Gegenwert. Durch meine „Krankheiten“ bin ich im Augenblick nicht in der Lage irgendetwas noch zu bezahlen. Keine Miete, keinen Strom, keine Heizung, keine Versicherungen, kein Nichts. Durch dieses Gemisch, krank und pleite, bin ich gelähmt.

Ich will nicht mehr, dass die Frage nach dem Nichts, und ob das Nichts nichts ist oder vielleicht doch etwas, nämlich nichts ist, mich auch noch bekloppt machen lässt, weil es sich auch noch in meinem Portmonee und auf meinen Konten so ausbreitet, dass die Frage nach dem negativen Nichts mich auch noch belastet (schonwieder geschwiffen).

Ab jetzt gebe ich an einer Front auf. Ich bin pleite, und das tief ins Negative hinein. Meine Gläubiger werden das nicht gut finden, aber ich bin auf dem Weg zum Offenbarungs-Eid, und auch noch vielleicht in die Privat-Insolvenz.

Gestern habe ich mir Adressen von Schulden-Beratern und von der „Agentur“ (Harz lässt grüßen) heraus gesucht. Heute früh, um acht, wollte ich bei denen auf der Matte stehen. Ich war wach, aber nicht da. Ich habe Angst. Trotz aller Bekundungen meinerseits, endlich mal mit meinem Dilemma aufräumen zu wollen, habe ich schlicht weg Angst. Es ist mir, egal wie ich sonst mit der Welt umgehe, peinlich.

Morgen schaffe ich es… vielleicht.


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Veröffentlicht29. September 2011 von P.Dent in Kategorie "BLOG

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