BEWERBUNG

Rüber
Über meinem schatten
Drüben
Mal’n bier
In der Zeche
Sonst nie
Doch heute schon
Bier durst
Auch
Doch weniger
Der Kinderladen
Nee
Die mitglieder
Sitzen fast alle hier
Einschmeicheln
doch mein mut
Meine Entschlossenheit
Reicht nicht bis zum Tisch
Zwischen drängeln
Sich aufdrängen
Nee nee
Ich stelle mich an der Theke
Nutze die Gelegenheit
Schreibe mal wieder
Was mir in den sinn kommt
Nutze nach langer zeit
Die Gelegenheit
Fast alleine in der kneipe
Wie früher
Und schreiben
Und doch ist es
Eine flucht
Wie viele meiner Gedichte
Flucht vor meiner mut
Über meinem zettel gebeugt
Muss ich mich nicht anquatschen lassen
Kann beobachten
So tun als ob
Ich souverän wäre
Als ob ich
Mich nicht verstecke
Vor meiner Absicht
Jetzt wird’s mir zu bunt
Ich bin hergekommen
Um mich einzuscheissen
Und jetzt weis ich nicht
Wie ich mich zurückziehen soll

© 1998 by RHM

ABDRÜCKE

Am ende eines Tages
Fühle ich mich oft zufrieden
Denn ich weiß genau
Es ist etwas von mir geblieben
Und wenn es nur die Fäkalien waren
Die ich im Klo
Herunterspülte
Ein Fußabdruck im zahn der zeit
Luftwirbel wo ich geh‘
Kratzer auf dem Bürgersteig
Kann man sie auch kaum sehen
Geknickte Gräser auf dem rasen
Ein ausgesprochenes wort
Ein gedachter Gedanke
Alles besteht
Im Garnichts fort
Viel nichts und doch
War ich’s

© 1998 by RHM