April 6 2010

Mein Besuch ist weg

Mein Besuch ist weg. Ein Loch bleibt zurück, indem ich falle. Das mit dem Besuch während der Kur ist sehr zwei schneidig. Auf der einen Seite freut man sich’n Ast, und man ist überglücklich. Es bringt aber auch alles durcheinander.

Der Tages-Rhymus an dem man sich gewöhnt hat, und auch ein bisschen als Schutzschild fungiert, kommt vollkommen durcheinander. Ich habe festgestellt, dass das nicht nur bei mir ist, sondern auch bei vielen anderen Patienten. Der “normale” Tages-Rhytmus ist ein Schutz gegen zuviel denken. Aufstehen, Frühstück, Teamtreff, Anwendungen, Mittagessen, Anwendungen usw. Meist ist dann nach dem Abendessen nur die Öde der Raucherecke oder Spiele oder Fernsehn noch da. Ich gehe dann zu eine, für mich, unheimliche Zeit schlafen, weil es sonst nichts gibt. Jeden Tag und nicht zuviel an anderes denken. Meine Probleme stehen im Vordergrund. Dann kommt der Sonntag. Da gibt es dann, halleluja, den Streß mit dem nicht Streß. Ein harter Tag, dieser Sonntag, aber irgendwie übersteht man es und dann geht die Woche weiter.

Kommt aber Besuch ist alles nur noch Chaos. Zeiten verschieben sich, der Besuch will, auch wenn sie es abstreiten, unterhalten werden und ist verwundert, wenn mann schon so früh am Abend schlafen will. Schön und Schrecklich.

März 30 2010

Schonwieder zu Sozial?

Meine Gutherzigkeit wird wieder ein mal bestraft. Gestern habe ich erfahren, dass ich nicht, wie die meisten Patienten hier, von der RV Übergangsgeld bekomme. Um Übergangsgeld zu bekommen Muss man am Tag des Therapie-Beginns, entweder ALG I oder Krankengeld von der Krankenkasse bekommen. Das heißt, dass ich mich früher Arbeits-Unfähig gemeldet haben müsste, um einen Anspruch auf Krankengeld zu erwirken. Anders gesagt, nur wer schon Geld bekommt, bekommt auch Geld. Ich hätte also, in weiser Voraussicht, mich von der Krankenkasse finanzieren lassen müssen. Schmarotz lässt grüßen

Inzwischen komme ich hier mit den Patienten ziemlich klar. Es gibt auch merkwürdige Menschen, aber die kann man halt links liegen lassen. Auch die meisten Therapeuten sind erträglich. Schwierig wird es immer nur mit den Mediziner. Mir ist bewusst, dass ich nicht gesundheitsmäßig top bin. Meine Ärzte zuhause kennen mich und mein Rhythmus und helfen mir bei der Arbeit gesund zu werden. Die Docs hier sehen nur den Wrack und wollen powern. Das macht mich ein wenig nervös. Ich werde mich wehren so gut ich kann. In den letzten Jahren habe ich schon einige Erfolge, was mein Gewicht und noch mehr angeht, gehabt. Ich freue mich soweit gekommen zu sein und will auch noch mehr erreichen. Aber bitte nicht mit dem Hammer. Meine Versuche mich hier Psychisch zu fangen leiden unter dem Vorwurf ganzheitlich Scheiße zu sein.

Ding dong der Fuchs ist tot

erst wurd’ er rot

Dann fiel er um

Bumm.

Dieses Gedicht hat überhaupt nichts mit den Rest des Textes zu tun, aber es fiel mir grad’ ein, und ich soll ja meine Gedanken frei laufen lassen, und mich nicht um andere scheren. Ich bin ich und ich mache was ich mache.

März 28 2010

Tag 1 Klappse

Ich bin da, oder hier, wie man’s nimmt. Die Fahrt hierher, oder da hin, war noch ganz angenehm. Die Sonne kam raus um sich von mir zu verabschieden und kleine Wölkchen zierten den Himmel. Das ging so bis kurz vor Baaad Pyrrrmont. Ha ha. Der Himmel über die Stadt strahlte bicolor, das heißt, fast alles blau, doch hinter dem dritten Hügel links, war alles dunkel. Dunkel und verregnet. Blitze schlugen auf irgendetwas ein und es roch nach Schwefel. Ich fragte jemanden nach dem Weg, und die Person sagte mein Ziel sei nicht zu verfehlen. Hinter dem dritten Hügel links und schon wäre ich da. Es folgte noch ein fieses Lachen, und mit einem Blitz und viel Qualm war sie weg.

Das ist natürlich alles nur erstunken und erlogen. Die werden in der Klappse doch nicht so doof sein und die “Patienten” gleich abschrecken. Eine freundliche Begrüßung, lachende Menschen und warme Wort bekam ich zum Empfang. Keine Zwangsjacken, keine Elektroschocks, keine Gummizellen. Aha! Die wollen mich erst einlullen. Mir das Gefühl geben gut aufgehoben zu sein. Zuerst führen sie mit einem nette Gespräche. Stück für Stück tasten sie sich erst mal in meinem Gehirn. Wo sind die Schwachpunkte, womit kann man diesen Klienten am besten Quälen?

Da es zu meinem Problem gehört, mich nicht lange konzentrieren zu können, übertreibe ich mit diesem Text maßlos, und mache daher Schluss für heute. Ich werde sofort berichten wenn die Zwangsjacke kommt. Aber wie tippt man mit Zwangsjacke? Man/Frau wächst am Problem!

März 18 2010

Die Sonne scheint

Vorbereitungen hin, Vorbereitungen her, heute geht es mir ein wenig besser denn: die Sonne scheint. Wie die meisten Depressiven, bin ich ziemlich Wetter abhängig. Mein Traum war es schon immer, eine nette Finka oä im Süden zu bewohnen. Es ist kein Wunder, das die Selbstmord-Rate in den nordischen Länder viel höher ist als im Süden. Die Sonne, Quell alles Lebens, gibt mir Kraft. Ich, der shon immer Pessimist war, bin, sein werde, werde fast zum Optimisten wenn das Wetter mitspielt. Vielleicht wir die Kur etwas bringen, dass mich ein wenig wach rüttelt. Who knows?

Ab dem 25. bin ich in der Kur. Ob es nun Klappse oder Nirwana sein wird ist offen. Ich lasse mich überraschen, und werde versuchen möglichst viel mitzuteilen, auch wenn das keiner liest. Gelesen wird es von mir, und ich betrachte das Scheiben, über all dem was mich im Banne hat, auch schon als so eine Art Therapie.

März 9 2009

Kur?

Heute war ich wiedermal bei meinen Psychaiter, und er kann, wie immer, nicht viel mit mir anfangen. Er fragt dieselben Fragen, und ich gebe die selben Antworten. Wir, bzw. ich komme einfach nicht mit meinen Problemen weiter. Die ganze Welt will mir was und das was ich will, will die Welt nicht. Zumindest kommt es mir so vor. Mein Kopf steckt voller Ideen, doch ich bekomme sie nicht raus. Wenn ich mal versuche meine Gedanken zu vermitteln versteht keiner was ich wirklich will. Meine Gedanken, meine Pläne, meine Ideen sind für die meisten Menschen die ich kenne, zu anarchisch, zu wirr. Ich weis was ich meine und will. Ich kann es nur sehr schwierig anderen klar machen. Jetzt hat mein Psychiater vorgeschlagen eine Kur zu machen. Drei bis vier Wochen in der Knüste sollen helfen. Na ja! Ich glaube es nur nicht. Vielleich kurzfristig aber nicht auf dauer.