März 21 2020

Samstag

Es ist nun schon Samstag. Die Zeit vergeht hier nicht, obwohl wir schon hin und wieder etwas von der Aussenwelt mitbekommen. Alle reden von Lockdown und ärgern sich, das man hier in der Klinik keinen Besucher hinein darf. Der eine braucht Zigaretten und der andere Unterwäsche. Die Busse fahren im Sonntags Takt, und das ist für vielen schon nicht mehr zu bewältigen. Es wird auch nicht von allen verstanden was und wie das hier mit der Pandemie so ab geht, oder wie man sich richtig verhällt.

Ein Beispiel. Eine Frau wartet an der Eingangstür auf Ihre kinder, die wohl etwas bringen sollten.Da tauchen zwei Teenies mit einer Tüte auf und gucken ziemlich bedröppelt aus der Wäsche. Was oder wie machen wir das nun. Der eine schickt dem anderen vor mit einer Handbewegung, so nach dem Motto – mach du doch mal. Der zweite kommt dann auf etwa drei Meter heran, schaut verunsichert und wirf dann seine Tüte im hohen Bogen zu der Frau. Sie kann es gerade noch auffangen und schimpft mit dem Bengel rum. „Warum gib se mir dat nich einfach?“ er „Ich will doch kein Corona!“ Sie „Ich hab doch nix. Du darfst hier nur nich rein.“ Er „Ja du nich, abba alle Anderen.“

Die Aufklärung in der Schule und sonst wo die Jungs ihr Wissen her haben, hat so nicht ganz richtig geklappt, doch sie taten ihr bestes. Dann gingen sie wieder zur Strasse, wo eine ganze Gruppe junger Menschen, etwa 10, sie jollend begrüßten. Die beiden, stolz auf sich und von den anderen mit abklatschen belohnt, zogen dann fröhlich ihre Wege.

März 19 2020

Bett Nachbar

Groß, mittel alt, und beredsam. Das brauche ich als Freizeit Eremit überhaupt nicht. Es war alles so schön ruhig bis jetzt. Mein alter Zimmernachbar, der entlassen wurde, war still, schlief viel und hatte auch ansonsten keine Lust zum Reden. Herrlich! Doch jetzt ist hier ein vitaler Mensch der neugierig ist viel zu erzählen hat und mich mit Freundlichkeit überschütten will. Doch…

STOP

Mein Bettnachbar bleibt nicht. Sein Fall fällt in dem Bereich – nicht dringend. Seine Operation kann um Wochen verschoben werden. Man hatte nur vergessen es ihm mitzuteilen.

CORONA CORONA CORONA

Ich hatte am Abend vor meiner Einweisung angerufen, und man sagte mir „Jau! kommense vorbei“ und ich hatte glück. Er hatte am Mittwoch Morgen angerufen, und man sagte ihm „Jau! kommense vorbei“ und am Mittwoch Nachmittag kam der Erlass, das nur dringende Operationen durchgeführt werden. Niemand hatte es ihm gesagt. Auch nicht während der Aufnahmeprozedur. Erst jetzt kommt ein Arzt, nachdem er sich schon im Zimmer eingerichtet hatte und sagte er könnte gleich wieder packen.

Ich bin wieder einsam und alleine und habe meine Ruhe.

März 18 2020

Langeweile mit Verkabelung

Ok. Montag war es langweilig, Dienstag habe ich verschlafen. Nun bin ich einseitig repariert worden, und ich muss jezt wieder warten.Es muss alles beobachtet werden um zu sehen ob die Docs ihre Arbeit ricchtig gemacht haben. Für mich bedeutet das wieder Langeweile. So lane ich in der Wartestellung nich tot umfalle oder anders auffalle, ist alles gut. das wird jetzt tagelang so weitergehen, bis die Ärzteschaft mich bedenkenlos gehen lassen können. Die Ärzte und das pflege Personal hat ja viel zu tun mit all der anderen Patienten. Ich nicht. Aber ich bekomme eine ungefähre Vorstellung von der Zeit die ich hier bei der zweiten OP erleben werde in 5 bis 6 Wochen. Falls es überhaupt noch in der Zeit zu solchen OPs kommen sollte, und nicht alle Betten mit Corona Patienten belegt sind. Schon diesmal hatte ich die Befürchtung überhaupt nicht aufgenommen zu werden. Allein in der Zeit ist Bochum dicht gemacht worden. Am Montag hätte ich sogar noch besucht weredn können. Heute schon nicht mehr. Eintritt verboten für alle Besucher, ausser in besonderen Situazionen, die auf mich nicht zutreffe.

So! jetzt bin ich vom Tropf gekommen und ebenso ist mein Abendessen angekommen, und ich werde jezt speisen, und danach mir noch mehr Langeweile gönnen. Vielleicht Fernsehen. Etwas das ich mir in den letzen Jahren mehr oder wenigen abgewöhnt habe, aber hier ist ansonsten , wie schon geschrieben, nix los

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März 16 2020

Langeweile

Krankenhäuser sind gut…wenn man krank ist. Mit krank meine ich ohhh ahhh oh nee. Wenn man aber nur Ersatzteile braucht, bzw. eine Reparatur ausführen lässt, sich aber ansonsten eigentlich wie immer fühlt, ist es langweilig. Zu Beginn laufen ja noch Untersuchungen, Befragungen ect., hat man ja noch etwas zu tun. Danach laufen dann nur noch die Abenteuer Frühstück, Mittag und Abendessen. Locker aufgeputscht mit Blutdruck Messungen oder so. Hin und wieder geht man nach draußen oder gar in die Raucher ecke, weil da sich oft die Raucher übers rauchen und andere weltbewegende Ereignisse sprechen. Wird aber auf dauer ziemlich öde und Laangweiiilig.

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März 13 2020

Warten auf Bescheide

Corona Virus hin oder her. Viele Mensch stehen im Regen. Was wir als nächstes verboten, geschlossen, eingestellt, etc.? Ich zum Beispiel, wollte am Montag ins Krankenhaus. Nun höre ich in den Nachrichten dass nicht dringende Behandlungen verschoben werden könnten, und das wenn ich überhaupt ein Bett bekomme, mich niemand besuchen darf. Noch habe ich keinen Bescheid was da wirklich abgehen soll. Ich bin gespannt.

April 6 2010

Mein Besuch ist weg

Mein Besuch ist weg. Ein Loch bleibt zurück, indem ich falle. Das mit dem Besuch während der Kur ist sehr zwei schneidig. Auf der einen Seite freut man sich’n Ast, und man ist überglücklich. Es bringt aber auch alles durcheinander.

Der Tages-Rhymus an dem man sich gewöhnt hat, und auch ein bisschen als Schutzschild fungiert, kommt vollkommen durcheinander. Ich habe festgestellt, dass das nicht nur bei mir ist, sondern auch bei vielen anderen Patienten. Der „normale“ Tages-Rhytmus ist ein Schutz gegen zuviel denken. Aufstehen, Frühstück, Teamtreff, Anwendungen, Mittagessen, Anwendungen usw. Meist ist dann nach dem Abendessen nur die Öde der Raucherecke oder Spiele oder Fernsehn noch da. Ich gehe dann zu eine, für mich, unheimliche Zeit schlafen, weil es sonst nichts gibt. Jeden Tag und nicht zuviel an anderes denken. Meine Probleme stehen im Vordergrund. Dann kommt der Sonntag. Da gibt es dann, halleluja, den Streß mit dem nicht Streß. Ein harter Tag, dieser Sonntag, aber irgendwie übersteht man es und dann geht die Woche weiter.

Kommt aber Besuch ist alles nur noch Chaos. Zeiten verschieben sich, der Besuch will, auch wenn sie es abstreiten, unterhalten werden und ist verwundert, wenn mann schon so früh am Abend schlafen will. Schön und Schrecklich.

März 30 2010

Schonwieder zu Sozial?

Meine Gutherzigkeit wird wieder ein mal bestraft. Gestern habe ich erfahren, dass ich nicht, wie die meisten Patienten hier, von der RV Übergangsgeld bekomme. Um Übergangsgeld zu bekommen Muss man am Tag des Therapie-Beginns, entweder ALG I oder Krankengeld von der Krankenkasse bekommen. Das heißt, dass ich mich früher Arbeits-Unfähig gemeldet haben müsste, um einen Anspruch auf Krankengeld zu erwirken. Anders gesagt, nur wer schon Geld bekommt, bekommt auch Geld. Ich hätte also, in weiser Voraussicht, mich von der Krankenkasse finanzieren lassen müssen. Schmarotz lässt grüßen

Inzwischen komme ich hier mit den Patienten ziemlich klar. Es gibt auch merkwürdige Menschen, aber die kann man halt links liegen lassen. Auch die meisten Therapeuten sind erträglich. Schwierig wird es immer nur mit den Mediziner. Mir ist bewusst, dass ich nicht gesundheitsmäßig top bin. Meine Ärzte zuhause kennen mich und mein Rhythmus und helfen mir bei der Arbeit gesund zu werden. Die Docs hier sehen nur den Wrack und wollen powern. Das macht mich ein wenig nervös. Ich werde mich wehren so gut ich kann. In den letzten Jahren habe ich schon einige Erfolge, was mein Gewicht und noch mehr angeht, gehabt. Ich freue mich soweit gekommen zu sein und will auch noch mehr erreichen. Aber bitte nicht mit dem Hammer. Meine Versuche mich hier Psychisch zu fangen leiden unter dem Vorwurf ganzheitlich Scheiße zu sein.

Ding dong der Fuchs ist tot

erst wurd’ er rot

Dann fiel er um

Bumm.

Dieses Gedicht hat überhaupt nichts mit den Rest des Textes zu tun, aber es fiel mir grad’ ein, und ich soll ja meine Gedanken frei laufen lassen, und mich nicht um andere scheren. Ich bin ich und ich mache was ich mache.

März 28 2010

Tag 1 Klappse

Ich bin da, oder hier, wie man’s nimmt. Die Fahrt hierher, oder da hin, war noch ganz angenehm. Die Sonne kam raus um sich von mir zu verabschieden und kleine Wölkchen zierten den Himmel. Das ging so bis kurz vor Baaad Pyrrrmont. Ha ha. Der Himmel über die Stadt strahlte bicolor, das heißt, fast alles blau, doch hinter dem dritten Hügel links, war alles dunkel. Dunkel und verregnet. Blitze schlugen auf irgendetwas ein und es roch nach Schwefel. Ich fragte jemanden nach dem Weg, und die Person sagte mein Ziel sei nicht zu verfehlen. Hinter dem dritten Hügel links und schon wäre ich da. Es folgte noch ein fieses Lachen, und mit einem Blitz und viel Qualm war sie weg.

Das ist natürlich alles nur erstunken und erlogen. Die werden in der Klappse doch nicht so doof sein und die “Patienten” gleich abschrecken. Eine freundliche Begrüßung, lachende Menschen und warme Wort bekam ich zum Empfang. Keine Zwangsjacken, keine Elektroschocks, keine Gummizellen. Aha! Die wollen mich erst einlullen. Mir das Gefühl geben gut aufgehoben zu sein. Zuerst führen sie mit einem nette Gespräche. Stück für Stück tasten sie sich erst mal in meinem Gehirn. Wo sind die Schwachpunkte, womit kann man diesen Klienten am besten Quälen?

Da es zu meinem Problem gehört, mich nicht lange konzentrieren zu können, übertreibe ich mit diesem Text maßlos, und mache daher Schluss für heute. Ich werde sofort berichten wenn die Zwangsjacke kommt. Aber wie tippt man mit Zwangsjacke? Man/Frau wächst am Problem!

März 18 2010

Die Sonne scheint

Vorbereitungen hin, Vorbereitungen her, heute geht es mir ein wenig besser denn: die Sonne scheint. Wie die meisten Depressiven, bin ich ziemlich Wetter abhängig. Mein Traum war es schon immer, eine nette Finka oä im Süden zu bewohnen. Es ist kein Wunder, das die Selbstmord-Rate in den nordischen Länder viel höher ist als im Süden. Die Sonne, Quell alles Lebens, gibt mir Kraft. Ich, der shon immer Pessimist war, bin, sein werde, werde fast zum Optimisten wenn das Wetter mitspielt. Vielleicht wir die Kur etwas bringen, dass mich ein wenig wach rüttelt. Who knows?

Ab dem 25. bin ich in der Kur. Ob es nun Klappse oder Nirwana sein wird ist offen. Ich lasse mich überraschen, und werde versuchen möglichst viel mitzuteilen, auch wenn das keiner liest. Gelesen wird es von mir, und ich betrachte das Scheiben, über all dem was mich im Banne hat, auch schon als so eine Art Therapie.

März 9 2009

Kur?

Heute war ich wiedermal bei meinen Psychaiter, und er kann, wie immer, nicht viel mit mir anfangen. Er fragt dieselben Fragen, und ich gebe die selben Antworten. Wir, bzw. ich komme einfach nicht mit meinen Problemen weiter. Die ganze Welt will mir was und das was ich will, will die Welt nicht. Zumindest kommt es mir so vor. Mein Kopf steckt voller Ideen, doch ich bekomme sie nicht raus. Wenn ich mal versuche meine Gedanken zu vermitteln versteht keiner was ich wirklich will. Meine Gedanken, meine Pläne, meine Ideen sind für die meisten Menschen die ich kenne, zu anarchisch, zu wirr. Ich weis was ich meine und will. Ich kann es nur sehr schwierig anderen klar machen. Jetzt hat mein Psychiater vorgeschlagen eine Kur zu machen. Drei bis vier Wochen in der Knüste sollen helfen. Na ja! Ich glaube es nur nicht. Vielleich kurzfristig aber nicht auf dauer.