April 7 2010

Zwei Wochen

Zwei Wochen sind schon fast um, und ich fühle mich nicht anders als sonst. “Anwendung” um “Anwendung” werden mir um die Ohren geschlagen. Zwangs-Gruppe, Problem-Löse-Gruppe, Entspannungs-Gruppe, Wirbelsäulen-Gymnastik, Wasser-Gymnastik, Gehirnjogging, Einzelgespräche, und und und. Bis auf die, viel zu seltenen, Einzelgespräche und die Entspannungs-Gruppe, habe ich hier nichts wirklich mitgenommen. Es werden Probleme besprochen und durch diskutiert, doch bis jetzt, ist nichts neues dabei gewesen. Immer dasselbe Larifari. Vielleicht gibt es hier keine Hilfe für mich. Ich suche noch.

Für viele Patienten mag die Kur etwas bringen. Alleine schon die Zeit, frei vom Alltag, Arbeit, Haushalt und Kinder reicht einige. Zu sich selbst finden ohne den gewohnten alltäglichen Stress kann schon Wunder wirken. Manche Patienten sind so richtig durch. Jobs verloren in einem Alter indem eine wieder Eingliederung faktisch aussichtslos ist, kaputte Knochen und Seele. Einige verabschieden sich mit “Bis in vier Jahren”, die Zeit die üblicherweise zwischen Kuren, vom DRV angesetzt wird. Hoffnungslosigkeit lässt grüßen. Jeder ist anders, jeder hat seine höchst eigene Schere im Kopf. Viele Probleme tangieren sich peripher. Ängste, Zwänge, Gefühle minderwertig zu sein. Doch jeder ist anders.
Vieles davon habe ich auch mal für mal für mich analysiert. Es fehlt mir aber immer noch der Knackpunkt. Ein Punkt an dem ich einen Hebel ansetzen könnte, um meine Probleme aus dem Angel zu lösen. Hebel gibt es viele, aber solange ich nicht den Punkt, meinen Punkt, entdeckt habe, nützen sie mir recht wenig.

Meine Angst hier falsch zu sein, wächst eher als das ich ein beruhigendes Gefühl entdecke. Meine Angst vor der Zukunft, meine angst vor einem selbstbewussten Zustand, meine Angst, dass ich nichts wirklich gutmache oder hinkriege, meine Angst vor, auch vertrauten, Menschen, meine Angst nur noch, bis zu meinem Ende zu verzweifeln.

Es gibt gute Tage, oder auch nur Stunden, an dem ich mir sage, dass das was ich und wie ich es tue, zumindest für mich richtig ist. Was ich bin, kann und tue, bin ich. Aber dieser Zustand hält nie solange genug an, um mich vor mir selbst und vor der Welt zu beweisen. Selbst wenn ich gelobt werde, habe ich das Gefühl bemitleidet zu werden.

Zu “guten” Zeiten, also vor vielen Jahren, wäre ich hier der Hof-Clown gewesen. Aber schon damals war es, im Grunde genommen, ein verstecken, ein betteln um Anerkennung. Kannst du nicht ein Krack sein, im öffentlichen Leben, Politik, Wissenschaft, Sport oder sogar in der Kunst und Kultur, dann stelle dich so doof, dass es andere schon wieder lustig bzw. gut finden.

Ich fühle mich wie einen Hampelmann, dessen Bänder brüchig werden, oder nicht mehr elegant hampeln kann wegen der vielen Knoten. Die Nacht ist am tiefsten wenn der Tag am nächsten ist. Ich kann es mir im Augenblick nicht vorstellen, doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Oder ich.

The Kinks:

April 6 2010

Mein Besuch ist weg

Mein Besuch ist weg. Ein Loch bleibt zurück, indem ich falle. Das mit dem Besuch während der Kur ist sehr zwei schneidig. Auf der einen Seite freut man sich’n Ast, und man ist überglücklich. Es bringt aber auch alles durcheinander.

Der Tages-Rhymus an dem man sich gewöhnt hat, und auch ein bisschen als Schutzschild fungiert, kommt vollkommen durcheinander. Ich habe festgestellt, dass das nicht nur bei mir ist, sondern auch bei vielen anderen Patienten. Der “normale” Tages-Rhytmus ist ein Schutz gegen zuviel denken. Aufstehen, Frühstück, Teamtreff, Anwendungen, Mittagessen, Anwendungen usw. Meist ist dann nach dem Abendessen nur die Öde der Raucherecke oder Spiele oder Fernsehn noch da. Ich gehe dann zu eine, für mich, unheimliche Zeit schlafen, weil es sonst nichts gibt. Jeden Tag und nicht zuviel an anderes denken. Meine Probleme stehen im Vordergrund. Dann kommt der Sonntag. Da gibt es dann, halleluja, den Streß mit dem nicht Streß. Ein harter Tag, dieser Sonntag, aber irgendwie übersteht man es und dann geht die Woche weiter.

Kommt aber Besuch ist alles nur noch Chaos. Zeiten verschieben sich, der Besuch will, auch wenn sie es abstreiten, unterhalten werden und ist verwundert, wenn mann schon so früh am Abend schlafen will. Schön und Schrecklich.

März 30 2010

Schonwieder zu Sozial?

Meine Gutherzigkeit wird wieder ein mal bestraft. Gestern habe ich erfahren, dass ich nicht, wie die meisten Patienten hier, von der RV Übergangsgeld bekomme. Um Übergangsgeld zu bekommen Muss man am Tag des Therapie-Beginns, entweder ALG I oder Krankengeld von der Krankenkasse bekommen. Das heißt, dass ich mich früher Arbeits-Unfähig gemeldet haben müsste, um einen Anspruch auf Krankengeld zu erwirken. Anders gesagt, nur wer schon Geld bekommt, bekommt auch Geld. Ich hätte also, in weiser Voraussicht, mich von der Krankenkasse finanzieren lassen müssen. Schmarotz lässt grüßen

Inzwischen komme ich hier mit den Patienten ziemlich klar. Es gibt auch merkwürdige Menschen, aber die kann man halt links liegen lassen. Auch die meisten Therapeuten sind erträglich. Schwierig wird es immer nur mit den Mediziner. Mir ist bewusst, dass ich nicht gesundheitsmäßig top bin. Meine Ärzte zuhause kennen mich und mein Rhythmus und helfen mir bei der Arbeit gesund zu werden. Die Docs hier sehen nur den Wrack und wollen powern. Das macht mich ein wenig nervös. Ich werde mich wehren so gut ich kann. In den letzten Jahren habe ich schon einige Erfolge, was mein Gewicht und noch mehr angeht, gehabt. Ich freue mich soweit gekommen zu sein und will auch noch mehr erreichen. Aber bitte nicht mit dem Hammer. Meine Versuche mich hier Psychisch zu fangen leiden unter dem Vorwurf ganzheitlich Scheiße zu sein.

Ding dong der Fuchs ist tot

erst wurd’ er rot

Dann fiel er um

Bumm.

Dieses Gedicht hat überhaupt nichts mit den Rest des Textes zu tun, aber es fiel mir grad’ ein, und ich soll ja meine Gedanken frei laufen lassen, und mich nicht um andere scheren. Ich bin ich und ich mache was ich mache.

März 28 2010

Tag 1 Klappse

Ich bin da, oder hier, wie man’s nimmt. Die Fahrt hierher, oder da hin, war noch ganz angenehm. Die Sonne kam raus um sich von mir zu verabschieden und kleine Wölkchen zierten den Himmel. Das ging so bis kurz vor Baaad Pyrrrmont. Ha ha. Der Himmel über die Stadt strahlte bicolor, das heißt, fast alles blau, doch hinter dem dritten Hügel links, war alles dunkel. Dunkel und verregnet. Blitze schlugen auf irgendetwas ein und es roch nach Schwefel. Ich fragte jemanden nach dem Weg, und die Person sagte mein Ziel sei nicht zu verfehlen. Hinter dem dritten Hügel links und schon wäre ich da. Es folgte noch ein fieses Lachen, und mit einem Blitz und viel Qualm war sie weg.

Das ist natürlich alles nur erstunken und erlogen. Die werden in der Klappse doch nicht so doof sein und die “Patienten” gleich abschrecken. Eine freundliche Begrüßung, lachende Menschen und warme Wort bekam ich zum Empfang. Keine Zwangsjacken, keine Elektroschocks, keine Gummizellen. Aha! Die wollen mich erst einlullen. Mir das Gefühl geben gut aufgehoben zu sein. Zuerst führen sie mit einem nette Gespräche. Stück für Stück tasten sie sich erst mal in meinem Gehirn. Wo sind die Schwachpunkte, womit kann man diesen Klienten am besten Quälen?

Da es zu meinem Problem gehört, mich nicht lange konzentrieren zu können, übertreibe ich mit diesem Text maßlos, und mache daher Schluss für heute. Ich werde sofort berichten wenn die Zwangsjacke kommt. Aber wie tippt man mit Zwangsjacke? Man/Frau wächst am Problem!

März 18 2010

Die Sonne scheint

Vorbereitungen hin, Vorbereitungen her, heute geht es mir ein wenig besser denn: die Sonne scheint. Wie die meisten Depressiven, bin ich ziemlich Wetter abhängig. Mein Traum war es schon immer, eine nette Finka oä im Süden zu bewohnen. Es ist kein Wunder, das die Selbstmord-Rate in den nordischen Länder viel höher ist als im Süden. Die Sonne, Quell alles Lebens, gibt mir Kraft. Ich, der shon immer Pessimist war, bin, sein werde, werde fast zum Optimisten wenn das Wetter mitspielt. Vielleicht wir die Kur etwas bringen, dass mich ein wenig wach rüttelt. Who knows?

Ab dem 25. bin ich in der Kur. Ob es nun Klappse oder Nirwana sein wird ist offen. Ich lasse mich überraschen, und werde versuchen möglichst viel mitzuteilen, auch wenn das keiner liest. Gelesen wird es von mir, und ich betrachte das Scheiben, über all dem was mich im Banne hat, auch schon als so eine Art Therapie.

Januar 5 2010

Es muss sich was ändern

Das neue Jahr hat begonnen. 2010. Es gab schon in der Vergangenheit Jahreswechsel an dem ich mir Vorsätze ausgedacht habe, aber nie wirklich Konsequent. 2010 ist anders. Ich habe mir einiges vorgenommen und werde dazu stehen. Deshalb schreibe ich es hier gleich öffentlich auf. Ich will dazu stehen und auch kontrolliert werden, von mir selber und von all den vielen Menschen die das hier lesen, und wenn es nur zwei oder drei oder auch nur einer ist – mich.

Erstens: Ich werde mindesten 10 Kg abnehmen. Mindestens heißt, das ich eigentlich mehr abnehmen will und muss, aber in der Voraussage möchte ich nichts unmögliches festlegen. Ich hoffe auf 20 Kg.

Zweitens: Ich werde meine Schulden um mindestens 1/4 senken. Ich weis noch nicht wie, aber es muss sein. Ich bin mit ca. 40 000 € im Minus. Das heißt also, ich muss mindesten 10 000 tilgen. Keine Ahnung wie. Vielleicht einen lukrativen Job in der Kultur, vielleich hier und da mal einen Überfall, vielleich werde ich hier im Internet bettel oder ich gewinne im Lotto. Egal. Mein Seelenheil verlangt einfach etwas zu tun. Was ich schon immer komisch fand, ist die Tatsache das ich Tot wesentlich mehr wert bin als lebendig. Zumindest Zahlenmäßig, Geldwert.

Drittens: Ich werde das Rauchen im Griff kriegen. Ich rauche seit 43 Jahren mit gelegentliche aber nie sehr lange Pausen. Mit Kaugummi, Pflaster und noch so einiges hatte ich kein Erfolg. Jetzt muss ich es Mental angehen. Ich werde es mir nicht verbieten, und bleibe vielleicht sogar noch genussrauchen, obwohl das bei den meisten Menschen nicht geht. Ich weis nicht wie aber ich werde auch dieses schaffen. Es wird wahrscheinlich ein wenig Kampf zwischen Erstens und Drittens geben, ist mir aber egal.

Viertens: Meine Zuckerwerte wede ich bis mindesten auf eine 6 vor dem Komma senken.

Das hört sich vielleich nicht wie die Welt an für Menschen, die sowieso in sich gefestigt sind, aber für mich ist es eine Reise die so schwer ist wie fast keine zuvor.

Juli 8 2009

Ist mir doch egal

Ich schaffe es einfach nicht einen Trennstrich zwischen meiner Arbeit und meinem Leben zu ziehen. Erst recht nicht in Blogs. Oft schreibe ich nichts, weil ich das Gefühl habe, soviel anderes zu tun zu haben. Wenn mir politisch, gesellschaftlich, kulturell oder oder oder auf dem Keks geht, kann es vorkommen, dass ich es gerne in meinem Blog kommentieren würde. Dann denke ich wieder: dazu müsste ich einen ganz speziellen Blog einrichten wo Menschen nur nachlesen können, was mir da so auf dem Keks geht. So bin ich aber nicht gestrickt.


Dasselbe gilt auch für Twitter. Meine Tweets haben nicht ständig irgendeine für die Allgemeinheit wichtige Wahrheit oder festigen und brüllen meine Sichtweise dieser Welt dar. Es kommt wie es kommt. Einerseits ist das gut für mich, denn dann bleibt alles was ich schreibe bei mir. Sowas wie ein Tagebuch, weil es sonst niemand liest. Andererseits liest auch niemand etwas über meiner Meinung, wenn es denn mal auch allgemein gültig sein sollte.

Ist mir auch egal. Ich werder weiter das schreiben, was mir in den Sinn kommt, und schließe hiermit mein Selbstzweifel ab. Ob ich nun etwas zum göttlichen Prinzip, zur politischen Weltlage schreibe, oder ob ich darüber berichte, dass mir die Seife beim Hände waschen hinter der Spüle geflutscht ist, ich lasse es einfach laufen.

 

Die Liebe sei mit euch, genauso wie die innere Zufriedenheit.

Mai 20 2009

Twitter?

Ich habe mich bei twitter angemeldet, und bin so beschränkt, dass ich noch nicht so genau heraus gefunden habe wozu ich es gebrauchen kann. Noch habe ich keine deutschen Beiträge gefunden. Ich bin zwar Kanadier, wohne, bzw. lebe in Deutschland. Falls in Deutschland auch getwittert wird, laßt es mich doch wissen. Was kümmern mich Veranstaltungen und lokale Neuigkeiten in Vermont? Obwohl, ich würde mich auch mit Menschen aus Vermont oder sonstwo auf der welt unterhalten, wenn es was zu unterhalten gäbe. Nur weil es in Deutschland auch getrieben wird, heißt das nicht, dass ich jemanden finde, der etwas zu sagen hat, daß mich interresieren würde. Es ist nur die reine Neugier. In wie weit wird in Deutschland getwittert?

Mai 15 2009

Ich will auch eine Staats-Bürgschaft

Alle Firmen, Banken etc. rennen hinter Staats-Bürgschaften her. Das heißt doch, dass sie gerne Kredite hätten, aber nicht, nach Meinung der Kredit-Geber, Kreditwürdig sind. Sie könnten den Kredit tilgen aber können es nicht belegen.

Will ich auch. Als Außereuropäischer-Ausländer, schon 56 bin und selbstständiger Musiker und Schauspieler bin, bekomme ich auch keinen Kredit. Ich könnte es aber tilgen. Behaupte ich erst mal so. Ich bin über beide Ohren verschuldet. Verschiedene Institute und auch privat Leute sitzen mir ständig im Nacken, und alle wollen einen Anteil an meinen bescheidenen Verdienst. Mit dem was ich verdiene würde ich glänzend auskommen, wenn da nicht all die Altlasten währen aus meiner Aufbauphase. Im Grunde genommen, müsste ich jemanden finden, der mir eine Umschuldung ermöglicht. Eine Summe, klare Raten in eine übersehbare Zeit, aber niemand traut mir. Also brauche ich eine Staatsbürgschaft.

Eine Firma, ein Konzern, eine Bank. Alles wird herunter gewirtschaftet und dann bauen sie, gelinde gesagt Scheiße, und dann wollen und kriegen sie auch noch Kredite mit einer Staats-Bürgschaft. Ich habe nichts Böses getan, niemanden ausgenommen oder betuppt, aber nichts desto Trotz bekomme ich kein Geld. Muss ich erst andere Menschen mit reißen in meinen Ruin? Will ich nicht. Nur eine kleine Staats-Bürgschaft.

April 11 2009

Unendliche Weiten

Wo man im Internet auch hinschaut, wo man auch mitmacht, überall gibt es Blogs und Gästebücher.Ich kann garnicht soviel schreiben, wie ich dafür im Netz Platz habe. Da ich eh nicht vielschreibe, und auch gerne meine Gedanken zusammenfasse, weis ich nicht was z.B. hier am passensten ist, also beschwere ich mich hiermit bei mir selbst.