November 28 2010

Mein Punkt

Es ist so ziemlich egal, was ich mache. Je mehr ich versuche eine Linie in mir zu finden, desto weiter ist diese entfernt. Ich mache Pläne, versuche Regelmäßigkeiten in meinen Alltag zu bringen, meditiere. Alles brict dann zusammen. MACH DOCH, REIß DICH, DENK’ NACH, doch all das versinkt in einer Brühe aus Inkonsequenz, aufgeben und negative Strahlung. Ich schaffe es nicht. Ich bin ziemlich autark im Untergang. Ich suche immer noch nach der Pille, die mich wach macht. Ich schlucke Medikamente, habe eine Reha gemacht, Therapien über mich ergehen lassen, und weine immer noch in meinen Kissen, weil ich nicht den Punkt finde um mich aus der Dunkelheit zu hebeln.

Juli 29 2010

Zahlen

Es ist schon erstaunlich wie die Love Parade in den letzten Jahren abgebaut hat. In allen anderen Städten war die Millionen Marke ein Klacks. Immer wurden es mehr. Auch in Duisburg hieß es noch – Boh, schon wieder Superlativen. Eins Komma vier Millionen feierten in dieses Stadt. Love, Massen und super Spaß.

Heute lese ich in der Zeitung – wie 1,4 Millionen? Der Platz war für 250 Tausend ausgelegt und in der Stadt sollen sich nur insgesamt 500 000 getummelt haben. Erstaunlich wie der Zuspruch zur der Parade gesunken ist. Wer hat nun Recht. Die euphorischen “Wir sind Love Parade’ler” oder die “Ich habe damit nichts zu tun’ler”

Am Samstag wird es, außer unerträglich traurig, auch spannend. In der Kirche passen 600, die Polizei rechnet mit 10 000 und Gerüchte gehen von 100 000 aus.
Ich schreibe das hier nicht um meinen bösen Spott los zu werden, sondern weil ich traurig bin. Verwirrt, enttäuscht, fassungslos und, auch wenn es zum Teil anders scheint, sprachlos bin.

Juli 29 2010

Zahlen

Es ist schon erstaunlich wie die Love Parade in den letzten Jahren abgebaut hat. In allen anderen Städten war die Millionen Marke ein Klacks. Immer wurden es mehr. Auch in Duisburg hieß es noch – Boh, schon wieder Superlativen. Eins Komma vier Millionen feierten in dieses Stadt. Love, Massen und super Spaß.

Heute lese ich in der Zeitung – wie 1,4 Millionen? Der Platz war für 250 Tausend ausgelegt und in der Stadt sollen sich nur insgesamt 500 000 getummelt haben. Erstaunlich wie der Zuspruch zur der Parade gesunken ist. Wer hat nun Recht. Die euphorischen “Wir sind Love Paradeler” oder die “Ich habe damit nichts zu tunler”

Am Samstag wird es, außer unerträglich traurig, auch spannend. In der Kirche passen 600, die Polizei rechnet mit 10 000 und Gerüchte gehen von 100 000 aus.

Ich schreibe das hier nicht um meinen bösen Spott los zu werden, sondern weil ich traurig bin. Verwirrt, enttäuscht, fassungslos und, auch wenn es zum Teil anders scheint, sprachlos bin.

Juli 28 2010

Ich bin hier!

Ich schau mich im Spiegel an, und weiß irgendwie, das ich das bin, es ist meine Reflexion. Was ich da aber sehe ist das was alle sehen – nichts. Sollte ich mal in einen CT betrachtet werden, wird niemand etwas anderes sehen. Chemisch Prozesse laufen ab, Physik spielt mit und all das was der Mensch so begreifen kann. Es wird nach Abnormalitäten gesucht und dann wird versucht diese zu reparieren. Unebenheiten werden geglättet und ein wenig Farbe nachgelegt. Sieh doch gut aus und funktioniert. Konformistisch.
Das Gefühl, dass ich demnächst explodieren könnte kann ich nicht vermitteln. Man will aber auch nicht dass das geschieht, weil es viel zu viel Dreck macht. Nicht kontrollierbare Unordnung. Wie eine defekte Maschine, wird der Mensch zu Technikern (Ärzten) und in Werkstätten (Reha, Kur, Krankenanstalten) geschickt. Die Hardware wir ausgebessert, die Software überspielt oder nachgeladen, doch die Viren, Würmer, Trojaner sind hartnäckiger als das was man damit erreicht.

Tag und Nacht Hilfe schreien und keinen Ausweg.
>Ok. Ich gebe zu, dass ich das nicht so oft tue, wie es nötig wäre. Auch ich habe die Verhaltensweisen, die vorgegeben werden, verinnerlicht. Ich negiere meine Gefühle und Gedanken und halte mich selber für daneben, verrückt, nicht mal für mich verstehbar. Aber es hilft nicht. “Reiß dich zusammen” Ich versuche es.

Juli 25 2010

DACH

Es regnete schon seit Tagen. Alles, was er an Folien, Plastiktüten, Eimern und Schüsseln auftreiben konnte, war schon im Gebrauch. Nach dem letzten Winter war sein Sommersitz einfach nicht mehr das, was er mal war. Nun ja, dicht war es noch nie, aber nicht so. Hier Stopfen, da Zuflicken. Sein Tag bestand aus dem Verwirklichen von immer abenteuerlicher aussehenden Zwischenlösungen. Die Zeitungen sagten besseres Wetter voraus, doch es ließ lange auf sich warten. So schmollte er feucht, mit Husten und Schnupfen, in seiner Residenz.

Plötzlich war die Sonne zum ersten Mal seit unendlicher Zeit aufgetaucht. Sie stocherte sich einen Weg durch die scheinbar immerwährende Wolkenschicht und durchflößte ihn mit schon fast vergessenen Gefühlen von Urlaub und Wonne. Vielleicht war der wirkliche Sommer endlich im Anmarsch, und er überlegte schon, was er mit dem Tag alles machen könnte. Als erstes natürlich sein Dach reparieren, damit es schön trocken und wohlig wird, falls das Wetter wieder umschlägt. Dann zum Strand. Seit er da war, hatte er nicht einmal das Meer gesehen. Die Reihenfolge war logisch und doch gab es wiederum logische Gründe, diese Reihenfolge umzudrehen. So stabil sah das Wetter nun doch nicht aus. Wenn er während der Reparaturen nun vom Regen überrascht werden und dabei schon die Übergangslösungen entfernt haben sollte, würde er wieder dastehen wie vor all seinen Mühen. Das Dach musste natürlich auch ein wenig austrocknen, sonst würde es die Feuchtigkeit einschließen. Es könnte anfangen zu modern, schimmeln und stinken. Sein Dach wäre dann endgültig ruiniert. Dazu kam, dass er schon langsam Heißhunger auf den Strand hatte. Die Vernunft siegte, und er ging baden.

Seit Tagen nur Sonne. Sein Dach war wunderbar trocken und seine Seele von entspannten Glücksgefühlen ganz feucht. So stellte er sich seinen Urlaub vor. Morgens gegen 12 Uhr aufstehen, bis 14 Uhr Frühstück und dann ab zum Strand. Die Sonne hatte ihn schön knusprig werden lassen. Alle würden ihn zuhause beneiden, und sein Stolz schwoll wie ein Hahnenkamm, wenn er am Strand röstend sich an seine Kollegen und besonders Kolleginnen erinnerte, die höchstens mal in das Sauerland fahren, um ihr Familienleben ein paar Kilometer von zuhause entfernt fortzusetzen. Mann oh man war das alles toll. Jetzt aufs Dach klettern, bei der Hitze, nicht dran zu denken. Er wollte ein wenig abwarten, bis sich das Wetter ein wenig abgekühlt hatte. Leichte Sommerbewölkung. Da ließ es sich besonders gut arbeiten.

Es hatte spontan begonnen. Ein Sommergewitter ergoss sich über die ganze Welt. Zumindest erschien es ihm so. Als ob der Himmel geborsten wäre. Na ja, dachte er sich. Dadurch kühlt sich die Luft ein wenig ab und er könnte endlich sein Dach in Ordnung bringen. Alle fünf Minuten hatte er aus seinem Fenster geschaut, um auf ein Aufreißen der Bewölkung hin seine Vorbereitungen für die Reparaturen zu treffen. Zumindest am ersten Tag. Feucht und erkältet schlürfte er seinen Tee. Ganz blass war erschon wieder. Er sehnte sich nach Hause. Dieses Jahr war es wohl Essig mit seinem Dach. Doch ehe der Winter kommt, muss es dicht gemacht werden. Wenn bloß die Sonne für ein paar Tage durchkäme, könnte er sich die Handwerkerkosten sparen. Diesmal würde er nicht solange warten und sich fast sofort an die Arbeit machen. Natürlich musste sein Dach erstmal trocken werden.

Juli 21 2010

Wenn man keine Zeit hat, muss man es sich nehmen

Die Tage schreiten ins Land, und ich kann nur noch staunen wie schnell. Noch vor kurzer Zeit habe ich es nicht geschafft gegen mein Messi-Dasein anzukämpfen. Die ganze Welt wollte immer mehr von mir und das in einer Zeit, die auch noch so rast.

Jetzt pupse (Verniedlichungs- Form) ich weitgehendst auf diese Welt und suche meinen Rhythmus für meine Arbeit. Obwohl Arbeit dabei der falsche Ausdruck ist. Ich suche meinen Rhythmus für mein Leben. Das Problem für die Welt ist nur, dass mein Rhythmus gaaaaanz langsam ist. Es funktioniert aber. Nur gaaaaanz langsam. Ich werde diesen Weg gehen, und vielleicht komme ich so in Fahrt, dass ich mich mit der Welt wieder versöhnen kann. Das heißt aber auch, dass ich noch viel mehr auf alles, was von außen kommt, pupsen werde.

Damit werde ich wahrscheinlich einer Menge Menschen um mich herum auf den Schlipps treten, auch wenn sie keinen haben. Ämtern und Schuldnern erst recht. ” Viel Welt leidet an viel Verständnislosigkeit.”

Zumindest momentan ist das, meiner bescheidenen Meinung nach, mein Weg. Wie schon geschrieben “vielleicht komme ich so in Fahrt, dass ich mich mit der Welt wieder versöhnen kann.”.

Leider messe ich meine Erfolge fast nur in der funktionalen Welt. Ich schaffe Ordnung, ,wo meine Versicherungs-Policen sind, kann mich demnächst sogar großzügig in meiner Wohnung bewegen und so weiter.

Womit ich noch sehr viele Schwierigkeiten habe, sind meine künstlerischen Ideen, meine Einfälle, von denen ich Tag und Nacht verfolgt werde. Ideen, die wahrscheinlich kaum von Anderen auf dem ersten Blick, beim ersten Hören oder Riechen, verstanden werden.Gehemmt, aber mit 1000 Ideen. Ich muss noch sehr viel an mir arbeiten, bis ich das “raus-rein-Spiel” wieder beherrsche. Raus aus meinem Kopf und rein in die Welt. Erst wenn ich das wieder im Griff habe, kann ich auch wieder raus aus meinem Kopf und rein ins Leben.

April 7 2010

Zwei Wochen

Zwei Wochen sind schon fast um, und ich fühle mich nicht anders als sonst. “Anwendung” um “Anwendung” werden mir um die Ohren geschlagen. Zwangs-Gruppe, Problem-Löse-Gruppe, Entspannungs-Gruppe, Wirbelsäulen-Gymnastik, Wasser-Gymnastik, Gehirnjogging, Einzelgespräche, und und und. Bis auf die, viel zu seltenen, Einzelgespräche und die Entspannungs-Gruppe, habe ich hier nichts wirklich mitgenommen. Es werden Probleme besprochen und durch diskutiert, doch bis jetzt, ist nichts neues dabei gewesen. Immer dasselbe Larifari. Vielleicht gibt es hier keine Hilfe für mich. Ich suche noch.

Für viele Patienten mag die Kur etwas bringen. Alleine schon die Zeit, frei vom Alltag, Arbeit, Haushalt und Kinder reicht einige. Zu sich selbst finden ohne den gewohnten alltäglichen Stress kann schon Wunder wirken. Manche Patienten sind so richtig durch. Jobs verloren in einem Alter indem eine wieder Eingliederung faktisch aussichtslos ist, kaputte Knochen und Seele. Einige verabschieden sich mit “Bis in vier Jahren”, die Zeit die üblicherweise zwischen Kuren, vom DRV angesetzt wird. Hoffnungslosigkeit lässt grüßen. Jeder ist anders, jeder hat seine höchst eigene Schere im Kopf. Viele Probleme tangieren sich peripher. Ängste, Zwänge, Gefühle minderwertig zu sein. Doch jeder ist anders.

Vieles davon habe ich auch mal für mal für mich analysiert. Es fehlt mir aber immer noch der Knackpunkt. Ein Punkt an dem ich einen Hebel ansetzen könnte, um meine Probleme aus dem Angel zu lösen. Hebel gibt es viele, aber solange ich nicht den Punkt, meinen Punkt, entdeckt habe, nützen sie mir recht wenig.

Meine Angst hier falsch zu sein, wächst eher als das ich ein beruhigendes Gefühl entdecke. Meine Angst vor der Zukunft, meine angst vor einem selbstbewussten Zustand, meine Angst, dass ich nichts wirklich gutmache oder hinkriege, meine Angst vor, auch vertrauten, Menschen, meine Angst nur noch, bis zu meinem Ende zu verzweifeln.

Es gibt gute Tage, oder auch nur Stunden, an dem ich mir sage, dass das was ich und wie ich es tue, zumindest für mich richtig ist. Was ich bin, kann und tue, bin ich. Aber dieser Zustand hält nie solange genug an, um mich vor mir selbst und vor der Welt zu beweisen. Selbst wenn ich gelobt werde, habe ich das Gefühl bemitleidet zu werden.

Zu “guten” Zeiten, also vor vielen Jahren, wäre ich hier der Hof-Clown gewesen. Aber schon damals war es, im Grunde genommen, ein verstecken, ein betteln um Anerkennung. Kannst du nicht ein Krack sein, im öffentlichen Leben, Politik, Wissenschaft, Sport oder sogar in der Kunst und Kultur, dann stelle dich so doof, dass es andere schon wieder lustig bzw. gut finden.

Ich fühle mich wie einen Hampelmann, dessen Bänder brüchig werden, oder nicht mehr elegant hampeln kann wegen der vielen Knoten.

Die Nacht ist am tiefsten wenn der Tag am nächsten ist. Ich kann es mir im Augenblick nicht vorstellen, doch die Hoffnung stirbt zuletzt. Oder ich.

The Kinks:

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