Juni 25 2021

So ist es für mich

Ohne Aufwand
Schnell zum Strand
So schön kann Urlaub sein
Es muß mich niemand Unterhalten
Meine Freizeit gestalten
Ich schaffe mein Vergnügen allein
Es muß mir niemand etwas sagen
Mich am Strand auf und ab jagen
Streng mich ohne Anleitung genügenden
Ich lache wenn mir danach ist
Weder Plan noch bewegungs Frist
Nehme mich selbst so wie ich will ran.
Zuhaus sagt die Cheffin was zuten ist
Sie bestimmt arbeits- und Pausenfrist
Ein Leitung durch mein Arbeitstag 
Im Urlaub bestimme ich allein‘
Tun und Lassen sind wirklich mein
Bestimme sogar mein muh und plag

Urlaub bedeuten nicht für mich, mich unter andere Anleitung mein Tag, mein Wahl sein und meine Erholung zu praktizieren. Ich habe das alles schon probier. Aktivurlaub nennt man das oft. Freizeit Clubs in dem alle lachen. Wenn nicht wird man manchmal sogar Schräg angemacht.
Wir sind!
Im Urlaub bin ich und meine liebsten unsere eigene michs, wirs.
Das wird gepredigt

Mai 15 2020

Liebe Landesregierung

Liebe Leute,

was denkt sich die Landesregierung bei diesem Unterstützungs Chaos. Erst hieß es, dass Kulturschaffende eine einmalige Unterstützung in Höhe von 2000,00 € bis Ende Mai beantragen können, doch die Mittel hierfür sind innerhalb kürzester Zeit aufgebraucht. Es blieben aber noch bis zu 9000,00 € Unterstützung für Betriebskosten. Diese Summe durfte nicht für die private Lebensführung benutzt werden. Da ich nicht so viel an Betriebskosten habe, habe ich auf einen Antrag verzichtet. Heute erfahre ich, dass neuerdings doch noch 2000.00 € für die private Lebensführung benutzt werden können. Dies gilt aber nur für Anträge, die in März und April gestellt wurden, also falle ich wieder aus dem Schema. Ich habe keinen hohen Betriebskosten, aber Miete zu bezahlen und auch noch Hunger.

März 21 2020

Samstag

Es ist nun schon Samstag. Die Zeit vergeht hier nicht, obwohl wir schon hin und wieder etwas von der Aussenwelt mitbekommen. Alle reden von Lockdown und ärgern sich, das man hier in der Klinik keinen Besucher hinein darf. Der eine braucht Zigaretten und der andere Unterwäsche. Die Busse fahren im Sonntags Takt, und das ist für vielen schon nicht mehr zu bewältigen. Es wird auch nicht von allen verstanden was und wie das hier mit der Pandemie so ab geht, oder wie man sich richtig verhällt.

Ein Beispiel. Eine Frau wartet an der Eingangstür auf Ihre kinder, die wohl etwas bringen sollten.Da tauchen zwei Teenies mit einer Tüte auf und gucken ziemlich bedröppelt aus der Wäsche. Was oder wie machen wir das nun. Der eine schickt dem anderen vor mit einer Handbewegung, so nach dem Motto – mach du doch mal. Der zweite kommt dann auf etwa drei Meter heran, schaut verunsichert und wirf dann seine Tüte im hohen Bogen zu der Frau. Sie kann es gerade noch auffangen und schimpft mit dem Bengel rum. „Warum gib se mir dat nich einfach?“ er „Ich will doch kein Corona!“ Sie „Ich hab doch nix. Du darfst hier nur nich rein.“ Er „Ja du nich, abba alle Anderen.“

Die Aufklärung in der Schule und sonst wo die Jungs ihr Wissen her haben, hat so nicht ganz richtig geklappt, doch sie taten ihr bestes. Dann gingen sie wieder zur Strasse, wo eine ganze Gruppe junger Menschen, etwa 10, sie jollend begrüßten. Die beiden, stolz auf sich und von den anderen mit abklatschen belohnt, zogen dann fröhlich ihre Wege.

März 19 2020

Bett Nachbar

Groß, mittel alt, und beredsam. Das brauche ich als Freizeit Eremit überhaupt nicht. Es war alles so schön ruhig bis jetzt. Mein alter Zimmernachbar, der entlassen wurde, war still, schlief viel und hatte auch ansonsten keine Lust zum Reden. Herrlich! Doch jetzt ist hier ein vitaler Mensch der neugierig ist viel zu erzählen hat und mich mit Freundlichkeit überschütten will. Doch…

STOP

Mein Bettnachbar bleibt nicht. Sein Fall fällt in dem Bereich – nicht dringend. Seine Operation kann um Wochen verschoben werden. Man hatte nur vergessen es ihm mitzuteilen.

CORONA CORONA CORONA

Ich hatte am Abend vor meiner Einweisung angerufen, und man sagte mir „Jau! kommense vorbei“ und ich hatte glück. Er hatte am Mittwoch Morgen angerufen, und man sagte ihm „Jau! kommense vorbei“ und am Mittwoch Nachmittag kam der Erlass, das nur dringende Operationen durchgeführt werden. Niemand hatte es ihm gesagt. Auch nicht während der Aufnahmeprozedur. Erst jetzt kommt ein Arzt, nachdem er sich schon im Zimmer eingerichtet hatte und sagte er könnte gleich wieder packen.

Ich bin wieder einsam und alleine und habe meine Ruhe.