Liebe Landesregierung

Liebe Leute,

was denkt sich die Landesregierung bei diesem Unterstützungs Chaos. Erst hieß es, dass Kulturschaffende eine einmalige Unterstützung in Höhe von 2000,00 € bis Ende Mai beantragen können, doch die Mittel hierfür sind innerhalb kürzester Zeit aufgebraucht. Es blieben aber noch bis zu 9000,00 € Unterstützung für Betriebskosten. Diese Summe durfte nicht für die private Lebensführung benutzt werden. Da ich nicht so viel an Betriebskosten habe, habe ich auf einen Antrag verzichtet. Heute erfahre ich, dass neuerdings doch noch 2000.00 € für die private Lebensführung benutzt werden können. Dies gilt aber nur für Anträge, die in März und April gestellt wurden, also falle ich wieder aus dem Schema. Ich habe keinen hohen Betriebskosten, aber Miete zu bezahlen und auch noch Hunger.

Samstag

Es ist nun schon Samstag. Die Zeit vergeht hier nicht, obwohl wir schon hin und wieder etwas von der Aussenwelt mitbekommen. Alle reden von Lockdown und ärgern sich, das man hier in der Klinik keinen Besucher hinein darf. Der eine braucht Zigaretten und der andere Unterwäsche. Die Busse fahren im Sonntags Takt, und das ist für vielen schon nicht mehr zu bewältigen. Es wird auch nicht von allen verstanden was und wie das hier mit der Pandemie so ab geht, oder wie man sich richtig verhällt.

Ein Beispiel. Eine Frau wartet an der Eingangstür auf Ihre kinder, die wohl etwas bringen sollten.Da tauchen zwei Teenies mit einer Tüte auf und gucken ziemlich bedröppelt aus der Wäsche. Was oder wie machen wir das nun. Der eine schickt dem anderen vor mit einer Handbewegung, so nach dem Motto – mach du doch mal. Der zweite kommt dann auf etwa drei Meter heran, schaut verunsichert und wirf dann seine Tüte im hohen Bogen zu der Frau. Sie kann es gerade noch auffangen und schimpft mit dem Bengel rum. „Warum gib se mir dat nich einfach?“ er „Ich will doch kein Corona!“ Sie „Ich hab doch nix. Du darfst hier nur nich rein.“ Er „Ja du nich, abba alle Anderen.“

Die Aufklärung in der Schule und sonst wo die Jungs ihr Wissen her haben, hat so nicht ganz richtig geklappt, doch sie taten ihr bestes. Dann gingen sie wieder zur Strasse, wo eine ganze Gruppe junger Menschen, etwa 10, sie jollend begrüßten. Die beiden, stolz auf sich und von den anderen mit abklatschen belohnt, zogen dann fröhlich ihre Wege.

Bett Nachbar

Groß, mittel alt, und beredsam. Das brauche ich als Freizeit Eremit überhaupt nicht. Es war alles so schön ruhig bis jetzt. Mein alter Zimmernachbar, der entlassen wurde, war still, schlief viel und hatte auch ansonsten keine Lust zum Reden. Herrlich! Doch jetzt ist hier ein vitaler Mensch der neugierig ist viel zu erzählen hat und mich mit Freundlichkeit überschütten will. Doch…

STOP

Mein Bettnachbar bleibt nicht. Sein Fall fällt in dem Bereich – nicht dringend. Seine Operation kann um Wochen verschoben werden. Man hatte nur vergessen es ihm mitzuteilen.

CORONA CORONA CORONA

Ich hatte am Abend vor meiner Einweisung angerufen, und man sagte mir „Jau! kommense vorbei“ und ich hatte glück. Er hatte am Mittwoch Morgen angerufen, und man sagte ihm „Jau! kommense vorbei“ und am Mittwoch Nachmittag kam der Erlass, das nur dringende Operationen durchgeführt werden. Niemand hatte es ihm gesagt. Auch nicht während der Aufnahmeprozedur. Erst jetzt kommt ein Arzt, nachdem er sich schon im Zimmer eingerichtet hatte und sagte er könnte gleich wieder packen.

Ich bin wieder einsam und alleine und habe meine Ruhe.

Langeweile mit Verkabelung

Ok. Montag war es langweilig, Dienstag habe ich verschlafen. Nun bin ich einseitig repariert worden, und ich muss jezt wieder warten.Es muss alles beobachtet werden um zu sehen ob die Docs ihre Arbeit ricchtig gemacht haben. Für mich bedeutet das wieder Langeweile. So lane ich in der Wartestellung nich tot umfalle oder anders auffalle, ist alles gut. das wird jetzt tagelang so weitergehen, bis die Ärzteschaft mich bedenkenlos gehen lassen können. Die Ärzte und das pflege Personal hat ja viel zu tun mit all der anderen Patienten. Ich nicht. Aber ich bekomme eine ungefähre Vorstellung von der Zeit die ich hier bei der zweiten OP erleben werde in 5 bis 6 Wochen. Falls es überhaupt noch in der Zeit zu solchen OPs kommen sollte, und nicht alle Betten mit Corona Patienten belegt sind. Schon diesmal hatte ich die Befürchtung überhaupt nicht aufgenommen zu werden. Allein in der Zeit ist Bochum dicht gemacht worden. Am Montag hätte ich sogar noch besucht weredn können. Heute schon nicht mehr. Eintritt verboten für alle Besucher, ausser in besonderen Situazionen, die auf mich nicht zutreffe.

So! jetzt bin ich vom Tropf gekommen und ebenso ist mein Abendessen angekommen, und ich werde jezt speisen, und danach mir noch mehr Langeweile gönnen. Vielleicht Fernsehen. Etwas das ich mir in den letzen Jahren mehr oder wenigen abgewöhnt habe, aber hier ist ansonsten , wie schon geschrieben, nix los

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Langeweile

Krankenhäuser sind gut…wenn man krank ist. Mit krank meine ich ohhh ahhh oh nee. Wenn man aber nur Ersatzteile braucht, bzw. eine Reparatur ausführen lässt, sich aber ansonsten eigentlich wie immer fühlt, ist es langweilig. Zu Beginn laufen ja noch Untersuchungen, Befragungen ect., hat man ja noch etwas zu tun. Danach laufen dann nur noch die Abenteuer Frühstück, Mittag und Abendessen. Locker aufgeputscht mit Blutdruck Messungen oder so. Hin und wieder geht man nach draußen oder gar in die Raucher ecke, weil da sich oft die Raucher übers rauchen und andere weltbewegende Ereignisse sprechen. Wird aber auf dauer ziemlich öde und Laangweiiilig.

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Warten auf Bescheide

Corona Virus hin oder her. Viele Mensch stehen im Regen. Was wir als nächstes verboten, geschlossen, eingestellt, etc.? Ich zum Beispiel, wollte am Montag ins Krankenhaus. Nun höre ich in den Nachrichten dass nicht dringende Behandlungen verschoben werden könnten, und das wenn ich überhaupt ein Bett bekomme, mich niemand besuchen darf. Noch habe ich keinen Bescheid was da wirklich abgehen soll. Ich bin gespannt.

CAMPING

Der herbe Geschmack von verbrannten Würstchen aufgelockert mit süßlichen Gewürzen bestehend aus Knoblauch, Rosenpaprika, Obstresten, die noch von wer weiß wann in der Pfanne hafteten und Ungeziefer. So gehört sich das, so ist Camping. Die Sonne geht wunderschön unter und man zündet die Kerzen an. Dieses wohlige Halbdunkel, indem man nicht weiß, welches Insekt sich gerade wohin setzt. Beim Zuschlagen spürt man nur die unangenehme Masse, popelähnlich, zwischen seinen Fingern. Wenn man Gluck hat, kommt Spannung und Abenteuer in Form eines Insekts, das kaum noch von der Größe her mit anderen vergleichbar ist, auf. Haustiere wie Hamster oder Tanzmäuse müssten schon fast hinauf schauen zu manch Spinne und Viech, das so unglaublich groß und fies aussieht, dass es aus Angst niemals von der Wissenschaft studiert oder beschrieben wurde.

Hat man diese Abenteuer überwunden kriecht man auf seine Luftmatratze. Phantasievolle Menschen wähnen auch hier Ungeheuer der Natur. Jedes sich aus der Tagesverkrampfung und Verklebung lösende Härchen am Körper wird zu einem Insekt. Die Luftmatratze quietscht und stöhnt. Es passt sich dem Körper bei jeder Bewegung an. Legt man sich ein wenig nach links, bläst es sich rechts auf und schmeißt einen dann sanft auf dem Boden. Genauso umgekehrt. Wenn der Oberkörper links liegt, müssen ein Bein und ein Arm rechts liegen und das möglichst weit, um als Gegengewicht zu dienen. Oder man legt sich S-förmig, das Heißt Oberkörper links und möglichst viel Knie und Unterschenkel nach rechts. Diese Stellung halten die meisten Menschen nicht eine ganze Nacht im Schlaf durch und werden bei jeder Bewegung entweder tief schlafend von der Matratze geschoben oder werden ganz einfach wieder wach. Dies wiederum fuhrt natürlich zu einem intensiven Bewusst werden der eigenen Bewegungen in der Nacht.

Es kommt dadurch aber auch vor, dass man durch das viele Aufwachen erleben muss, wie oft sich eine Blase füllen kann. Die dann folgende Frage beschäftigt sich mit dem Ort der Erleichterung. Geht man nun die ganzen 100 Meter zum Klo, und dafür müsste man sich etwas überziehen, oder wird es abenteuerlich neben dem Zelt gemacht? Sich letztendlich für das zweite entscheidend, muss das Zelt möglichst ruhig verlassen werden. Nicht zu laut, damit andere Halbschläfer oder gar Pinkler nicht erschreckt werden, bzw. um nicht aufzufallen. Es ist schon eine Sauerei. Das Geräusch des Entleerens ist bei diesem Spielchen merkwürdig laut. Wieder ein Bewusstwerden, und wieder ein Abenteuer. Überhaupt ist Camping hervorragend für das Bewusstsein.

Wohl ausgeruht oder seiner Bewegung bewusst steht man dann am Morgen auf und streckt seinen oft schmerzenden Rucken kräftig durch. Nach der Morgengymnastik wird in der Pinkelschlange am Klo Aufstellung genommen. „Guten Tag, bon Juor, ach hallo.“ Die Kommunikation greift um sich. Danach Frühstück mit schnell erkaltendem Kaffee und fliegenbedecktem Marmeladenbrot. Spülen, waschen, lesen, Strand, schmoren. Hungrig und fast gar bis verbrannt wird kurz vor Geschäftsschluss eingekauft. Der Hunger treibt ungeahnte Blüten und der Einkaufswagen sieht aus wie eine Snackbar. Fast abgefüllt mit allerlei Junkfood und um viel Geld ärmer landet man schließlich wieder auf dem Campingplatz und bereitet sich sein Abendmahl. Der herbe Geschmack von angebrannte Suppe verfeinert mit……

© 1998 by RHM

Ich weiss nicht was soll das bedeuten

Wieso laufen unsere Vorstellungen so gut, aber bei mir gehen die Gefühle immer weiter in den Keller. Eigentlich müsste ich gute Dinge sein. Es kommt aber soviel zusammen das mir die Lust verdirbt. Mein Gefühl von Missachtung durch die Kollegen, oder das Gefühl immer wieder hinter meine eigenen Möglichkeiten hinterher zu hinken. Keine Befriedigung.
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