Wo das Licht hin gehört

Ich wringe mein Hirn

Denke zurück

An sonnigen Tagen

Gefühltes Glück

Ich war mal wer

Zumindest für mich

Doch das ist vergangen

Ich erinnere mich nicht

Rannte ohne Schmerz

Sprang ohne angst

Heut‘ bibbert mein Herz

Wenn du ein Spaziergang verlangst

Ich bin doch noch ich

Oder wer bin ich jetzt

Ich sah keinen Wandel

Trotzdem ist es gesetzt

Trübe tage

Wo das Licht hin gehört

Krumme Gedanken

Völlig verstört

Zahlen

Es ist schon erstaunlich wie die Love Parade in den letzten Jahren abgebaut hat. In allen anderen Städten war die Millionen Marke ein Klacks. Immer wurden es mehr. Auch in Duisburg hieß es noch – Boh, schon wieder Superlativen. Eins Komma vier Millionen feierten in dieses Stadt. Love, Massen und super Spaß.

Heute lese ich in der Zeitung – wie 1,4 Millionen? Der Platz war für 250 Tausend ausgelegt und in der Stadt sollen sich nur insgesamt 500 000 getummelt haben. Erstaunlich wie der Zuspruch zur der Parade gesunken ist. Wer hat nun Recht. Die euphorischen „Wir sind Love Parade’ler“ oder die „Ich habe damit nichts zu tun’ler“

Am Samstag wird es, außer unerträglich traurig, auch spannend. In der Kirche passen 600, die Polizei rechnet mit 10 000 und Gerüchte gehen von 100 000 aus.
Ich schreibe das hier nicht um meinen bösen Spott los zu werden, sondern weil ich traurig bin. Verwirrt, enttäuscht, fassungslos und, auch wenn es zum Teil anders scheint, sprachlos bin.

Zahlen

Es ist schon erstaunlich wie die Love Parade in den letzten Jahren abgebaut hat. In allen anderen Städten war die Millionen Marke ein Klacks. Immer wurden es mehr. Auch in Duisburg hieß es noch – Boh, schon wieder Superlativen. Eins Komma vier Millionen feierten in dieses Stadt. Love, Massen und super Spaß.

Heute lese ich in der Zeitung – wie 1,4 Millionen? Der Platz war für 250 Tausend ausgelegt und in der Stadt sollen sich nur insgesamt 500 000 getummelt haben. Erstaunlich wie der Zuspruch zur der Parade gesunken ist. Wer hat nun Recht. Die euphorischen „Wir sind Love Paradeler“ oder die „Ich habe damit nichts zu tunler“

Am Samstag wird es, außer unerträglich traurig, auch spannend. In der Kirche passen 600, die Polizei rechnet mit 10 000 und Gerüchte gehen von 100 000 aus.

Ich schreibe das hier nicht um meinen bösen Spott los zu werden, sondern weil ich traurig bin. Verwirrt, enttäuscht, fassungslos und, auch wenn es zum Teil anders scheint, sprachlos bin.

Ich bin hier!

Ich schau mich im Spiegel an, und weiß irgendwie, das ich das bin, es ist meine Reflexion. Was ich da aber sehe ist das was alle sehen – nichts. Sollte ich mal in einen CT betrachtet werden, wird niemand etwas anderes sehen. Chemisch Prozesse laufen ab, Physik spielt mit und all das was der Mensch so begreifen kann. Es wird nach Abnormalitäten gesucht und dann wird versucht diese zu reparieren. Unebenheiten werden geglättet und ein wenig Farbe nachgelegt. Sieh doch gut aus und funktioniert. Konformistisch.
Das Gefühl, dass ich demnächst explodieren könnte kann ich nicht vermitteln. Man will aber auch nicht dass das geschieht, weil es viel zu viel Dreck macht. Nicht kontrollierbare Unordnung. Wie eine defekte Maschine, wird der Mensch zu Technikern (Ärzten) und in Werkstätten (Reha, Kur, Krankenanstalten) geschickt. Die Hardware wir ausgebessert, die Software überspielt oder nachgeladen, doch die Viren, Würmer, Trojaner sind hartnäckiger als das was man damit erreicht.

Tag und Nacht Hilfe schreien und keinen Ausweg.
>Ok. Ich gebe zu, dass ich das nicht so oft tue, wie es nötig wäre. Auch ich habe die Verhaltensweisen, die vorgegeben werden, verinnerlicht. Ich negiere meine Gefühle und Gedanken und halte mich selber für daneben, verrückt, nicht mal für mich verstehbar. Aber es hilft nicht. „Reiß dich zusammen“ Ich versuche es.

Zeitlupe

Ganz langsam versank sein Stuhl im Sand. Er kippte einfach nach hinten weg, ohne dass er reagieren konnte. Was sollte er zuerst tun? Versuchen mit Schwung aufzustehen, aber das hätte womöglich dazu geführt, dass er sich vornüber flachlegen könnte. Das würde vielleicht ziemlich komisch aussehen und viele Leute am Strand ihn für sehr ungeschickt halten. Andererseits sah er im Augenblick auch nicht gerade wie die Körperbeherrschung und Geschicklichkeit in Person aus.

Sein Stuhl hatte mittlerweile eine Neigung von fünfundvierzig Grad erreicht und er tat nichts. Es gab einfach zu viele Möglichkeiten, wie zum Beispiel Festhalten, Schreien, einfach um Hilfe Bitten. Grad um Grad sank er weiter. Keine Gegenwehr. Keine Möglichkeit. Zumindest nicht für ihn. Es musste alles wohl durchdacht sein, um nicht unangenehm aufzufallen. Er kippte weiter, und es schien nicht aufhören zu wollen. Inzwischen waren schon viele Sekunden vergangen.

Er machte eine Mine, als ob das alles ganz normal, geplant, ja gar gewollt wäre. Die Position war sehr gut zum Sonnen und wenn er Gluck hatte, würden seine Stuhlbeine auf einen festen Widerstand treffen und alles würde, zumindest zum Schein, wunderbar aussehen. Doch er kippte. Langsam aber sicher. Ach, wie froh wäre er gewesen, wenn der Stuhl ganz einfach, bums, umgefallen wäre. Kurzer Schmerz, kurze unabwendbare Blamage. Es wäre ausgestanden. Aber nein. Sein Schicksal ließ sich Zeit. Viel Zeit.

KNOPF

Es war albern. Er wusste, dass es Religionen gibt, die an Wiedergeburt glaubten, aber das war einfach albern. Sein Leben lang hatte er sich nicht überanstrengt. Die Welt war modern und alles funktionsgerecht. Schon im Kindergartenalter hatte er einen Computer. In der Schule prüfte man sein Wissen per Knopfdruck. Seine Arbeit bestand aus Knöpfe- Drücken. Mit einem Knopfdruck hatte man die Maschine abgeschaltet, die sein Leben unnötig verlängerte. Per Knopfdruck war er schließlich in die Verbrennungsanlage gefahren. Aber das war albern.

Er wurde wiedergeboren. Voll seiner Lage bewusst. Wiedergeboren als Knopf. Nicht irgendein Knopf mit wirklich wichtigen Funktionen. Er hätte ja als Restore-Knopf einer Computeranlage oder gar als der berühmt-berüchtigte Roter-Knopf, der ständig diese Welt bedrohte, wiederkommen Können. Als vorher friedlicher Mensch hätte er den Dienst verweigern Können und die Menschheit retten. Eine starke politische Tat, die er sich als Mensch nie getraut hätte. Er wäre aber auch mit einfachen Bedienungsarbeiten in einer Fabrik zufrieden gewesen. Aber nein. Er war – und wer weiß für wie lange, denn so ein Knopf nützt sich nicht so schnell ab – er war ein Abspülknopf in einer öffentlichen Toilette. Seine Aussichten waren nur von den Fleischfarben her rosig. Ungewaschene Siff-Finger drückten auf ihm herum. Schmieröl hätte er als Maschinenknopf in Kauf genommen, aber
den ganzen Tag nur Scheiße. Bäh! Und dieser Unmensch von Klowart machte ihn nicht mal sauber.

Er wischte den Boden, die Brille, den Topf und sogar die Lampe, aber niemals ihn. Vielleicht war es eine Racheaktion des Typen gegen seine Kundschaft. Er wusste es nicht, denn der Klowart redete ja schließlich nicht mit einem Abspülknopf. Das hätte auch ziemlich komisch ausgesehen, wenn er erwischt worden wäre. Guten Tag, Herr Knopf. Wie geht’s uns denn heute. Na ja. Wenn die Benutzer das mit dem Nicht-Reinigen wüssten, wären sie entsetzt. Aids, Pest und Cholera. Er konnte sich zumindest nicht anstecken, aber der Gedanke allein machte ihn völlig fertig. Es war aber auch zu albern, einfach albern. Vielleicht würde jemand mal wütend und ihn kaputt hauen. Was könnte bei einer Wiedergeburt noch schlimmer sein. Fast nichts, obwohl……. Ist auch egal, es war einfach
albern.