Schonwieder zu Sozial?

Meine Gutherzigkeit wird wieder ein mal bestraft. Gestern habe ich erfahren, dass ich nicht, wie die meisten Patienten hier, von der RV Übergangsgeld bekomme. Um Übergangsgeld zu bekommen Muss man am Tag des Therapie-Beginns, entweder ALG I oder Krankengeld von der Krankenkasse bekommen. Das heißt, dass ich mich früher Arbeits-Unfähig gemeldet haben müsste, um einen Anspruch auf Krankengeld zu erwirken. Anders gesagt, nur wer schon Geld bekommt, bekommt auch Geld. Ich hätte also, in weiser Voraussicht, mich von der Krankenkasse finanzieren lassen müssen. Schmarotz lässt grüßen

Inzwischen komme ich hier mit den Patienten ziemlich klar. Es gibt auch merkwürdige Menschen, aber die kann man halt links liegen lassen. Auch die meisten Therapeuten sind erträglich. Schwierig wird es immer nur mit den Mediziner. Mir ist bewusst, dass ich nicht gesundheitsmäßig top bin. Meine Ärzte zuhause kennen mich und mein Rhythmus und helfen mir bei der Arbeit gesund zu werden. Die Docs hier sehen nur den Wrack und wollen powern. Das macht mich ein wenig nervös. Ich werde mich wehren so gut ich kann. In den letzten Jahren habe ich schon einige Erfolge, was mein Gewicht und noch mehr angeht, gehabt. Ich freue mich soweit gekommen zu sein und will auch noch mehr erreichen. Aber bitte nicht mit dem Hammer. Meine Versuche mich hier Psychisch zu fangen leiden unter dem Vorwurf ganzheitlich Scheiße zu sein.

Ding dong der Fuchs ist tot

erst wurd’ er rot

Dann fiel er um

Bumm.

Dieses Gedicht hat überhaupt nichts mit den Rest des Textes zu tun, aber es fiel mir grad’ ein, und ich soll ja meine Gedanken frei laufen lassen, und mich nicht um andere scheren. Ich bin ich und ich mache was ich mache.

Tag 1 Klappse

Ich bin da, oder hier, wie man’s nimmt. Die Fahrt hierher, oder da hin, war noch ganz angenehm. Die Sonne kam raus um sich von mir zu verabschieden und kleine Wölkchen zierten den Himmel. Das ging so bis kurz vor Baaad Pyrrrmont. Ha ha. Der Himmel über die Stadt strahlte bicolor, das heißt, fast alles blau, doch hinter dem dritten Hügel links, war alles dunkel. Dunkel und verregnet. Blitze schlugen auf irgendetwas ein und es roch nach Schwefel. Ich fragte jemanden nach dem Weg, und die Person sagte mein Ziel sei nicht zu verfehlen. Hinter dem dritten Hügel links und schon wäre ich da. Es folgte noch ein fieses Lachen, und mit einem Blitz und viel Qualm war sie weg.

Das ist natürlich alles nur erstunken und erlogen. Die werden in der Klappse doch nicht so doof sein und die “Patienten” gleich abschrecken. Eine freundliche Begrüßung, lachende Menschen und warme Wort bekam ich zum Empfang. Keine Zwangsjacken, keine Elektroschocks, keine Gummizellen. Aha! Die wollen mich erst einlullen. Mir das Gefühl geben gut aufgehoben zu sein. Zuerst führen sie mit einem nette Gespräche. Stück für Stück tasten sie sich erst mal in meinem Gehirn. Wo sind die Schwachpunkte, womit kann man diesen Klienten am besten Quälen?

Da es zu meinem Problem gehört, mich nicht lange konzentrieren zu können, übertreibe ich mit diesem Text maßlos, und mache daher Schluss für heute. Ich werde sofort berichten wenn die Zwangsjacke kommt. Aber wie tippt man mit Zwangsjacke? Man/Frau wächst am Problem!

Die Sonne scheint

Vorbereitungen hin, Vorbereitungen her, heute geht es mir ein wenig besser denn: die Sonne scheint. Wie die meisten Depressiven, bin ich ziemlich Wetter abhängig. Mein Traum war es schon immer, eine nette Finka oä im Süden zu bewohnen. Es ist kein Wunder, das die Selbstmord-Rate in den nordischen Länder viel höher ist als im Süden. Die Sonne, Quell alles Lebens, gibt mir Kraft. Ich, der shon immer Pessimist war, bin, sein werde, werde fast zum Optimisten wenn das Wetter mitspielt. Vielleicht wir die Kur etwas bringen, dass mich ein wenig wach rüttelt. Who knows?

Ab dem 25. bin ich in der Kur. Ob es nun Klappse oder Nirwana sein wird ist offen. Ich lasse mich überraschen, und werde versuchen möglichst viel mitzuteilen, auch wenn das keiner liest. Gelesen wird es von mir, und ich betrachte das Scheiben, über all dem was mich im Banne hat, auch schon als so eine Art Therapie.

Warten auf die kur

Vor einige Zeit schon habe ich über mein Kur-Termin Bescheid erhalten. Es gibt für mich noch Unmengen zu tun, aber ich verheddere mich, wie im Alltag sonst auch üblich, total in vorbereitungs-Planungen. Was muss ich mitnehmen, was muss vorher noch erledigt werden, werde ich es überhaupt schaffen all das was ich einpacken will auch ins Auto zu stopfen und und und…

TRÜMMER

Ich wohne in einem berg aus Schrott und Papier
Ein hauch von Abenteuer
Es reizt mich ungeheuer
Wenn ich irgendetwas mal verlier‘
Find‘ ich’s lange nicht
Doch wenn freue ich mich
Umso mehr
Mein zimmer ist ein Trümmerhaufen
Doch ich kann nichts dafür
In meinem kopf ist’s genauso durcheinander
Wenn ich etwas suche
Dauert ’s seine zeit
Und im kopf tun meine Gedanken lange wandern
Doch jetzt Hauruck spontan
Aber ich finde mich nicht
In den Schubladen kramen
Ich hab‘ mich verlegt
Schonwieder nicht mehr da
Wo ich gestern noch war
Das beste wäre ich hätte mich
Überhaupt nicht bewegt

Immer wenn ich mich Planungen hingebe, verliere ich mich darin. Früher war es mir ziemlich egal, denn ich fand den Weg zurück. Heute schmerzt es in meinem Kopf, wenn ich versuche zurück zu gehen zu dem was ich eigentlich wollte. Ich werde aggressive und auf mich selber wütend. Die Welt sagt mir – reiß dich zusammen – und ich habe das Gefühl, das ich es schaffen könnte mich wirklich am Riemen zu reißen. Nur das ich dann noch böser auf mich selber werde wenn es nicht klappt. Die Kur ist nicht die große Rettung. Ich hoffe aber, dass ich zumindest einen Ausblick auf eine klare, entspannter Zeit erhaschen kann um wieder überhaupt Hoffnung zu haben.