März 18

Die Sonne scheint

Vorbereitungen hin, Vorbereitungen her, heute geht es mir ein wenig besser denn: die Sonne scheint. Wie die meisten Depressiven, bin ich ziemlich Wetter abhängig. Mein Traum war es schon immer, eine nette Finka oä im Süden zu bewohnen. Es ist kein Wunder, das die Selbstmord-Rate in den nordischen Länder viel höher ist als im Süden. Die Sonne, Quell alles Lebens, gibt mir Kraft. Ich, der shon immer Pessimist war, bin, sein werde, werde fast zum Optimisten wenn das Wetter mitspielt. Vielleicht wir die Kur etwas bringen, dass mich ein wenig wach rüttelt. Who knows?

Ab dem 25. bin ich in der Kur. Ob es nun Klappse oder Nirwana sein wird ist offen. Ich lasse mich überraschen, und werde versuchen möglichst viel mitzuteilen, auch wenn das keiner liest. Gelesen wird es von mir, und ich betrachte das Scheiben, über all dem was mich im Banne hat, auch schon als so eine Art Therapie.

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Januar 5

Es muss sich was ändern

Das neue Jahr hat begonnen. 2010. Es gab schon in der Vergangenheit Jahreswechsel an dem ich mir Vorsätze ausgedacht habe, aber nie wirklich Konsequent. 2010 ist anders. Ich habe mir einiges vorgenommen und werde dazu stehen. Deshalb schreibe ich es hier gleich öffentlich auf. Ich will dazu stehen und auch kontrolliert werden, von mir selber und von all den vielen Menschen die das hier lesen, und wenn es nur zwei oder drei oder auch nur einer ist – mich.

Erstens: Ich werde mindesten 10 Kg abnehmen. Mindestens heißt, das ich eigentlich mehr abnehmen will und muss, aber in der Voraussage möchte ich nichts unmögliches festlegen. Ich hoffe auf 20 Kg.

Zweitens: Ich werde meine Schulden um mindestens 1/4 senken. Ich weis noch nicht wie, aber es muss sein. Ich bin mit ca. 40 000 € im Minus. Das heißt also, ich muss mindesten 10 000 tilgen. Keine Ahnung wie. Vielleicht einen lukrativen Job in der Kultur, vielleich hier und da mal einen Überfall, vielleich werde ich hier im Internet bettel oder ich gewinne im Lotto. Egal. Mein Seelenheil verlangt einfach etwas zu tun. Was ich schon immer komisch fand, ist die Tatsache das ich Tot wesentlich mehr wert bin als lebendig. Zumindest Zahlenmäßig, Geldwert.

Drittens: Ich werde das Rauchen im Griff kriegen. Ich rauche seit 43 Jahren mit gelegentliche aber nie sehr lange Pausen. Mit Kaugummi, Pflaster und noch so einiges hatte ich kein Erfolg. Jetzt muss ich es Mental angehen. Ich werde es mir nicht verbieten, und bleibe vielleicht sogar noch genussrauchen, obwohl das bei den meisten Menschen nicht geht. Ich weis nicht wie aber ich werde auch dieses schaffen. Es wird wahrscheinlich ein wenig Kampf zwischen Erstens und Drittens geben, ist mir aber egal.

Viertens: Meine Zuckerwerte wede ich bis mindesten auf eine 6 vor dem Komma senken.

 

Das hört sich vielleich nicht wie die Welt an für Menschen, die sowieso in sich gefestigt sind, aber für mich ist es eine Reise die so schwer ist wie fast keine zuvor.

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März 14

Warten auf die kur

Vor einige Zeit schon habe ich über mein Kur-Termin Bescheid erhalten. Es gibt für mich noch Unmengen zu tun, aber ich verheddere mich, wie im Alltag sonst auch üblich, total in vorbereitungs-Planungen. Was muss ich mitnehmen, was muss vorher noch erledigt werden, werde ich es überhaupt schaffen all das was ich einpacken will auch ins Auto zu stopfen und und und…

TRÜMMER

Ich wohne in einem berg aus Schrott und Papier
Ein hauch von Abenteuer
Es reizt mich ungeheuer
Wenn ich irgendetwas mal verlier‘
Find‘ ich’s lange nicht
Doch wenn freue ich mich
Umso mehr
Mein zimmer ist ein Trümmerhaufen
Doch ich kann nichts dafür
In meinem kopf ist’s genauso durcheinander
Wenn ich etwas suche
Dauert ’s seine zeit
Und im kopf tun meine Gedanken lange wandern
Doch jetzt Hauruck spontan
Aber ich finde mich nicht
In den Schubladen kramen
Ich hab‘ mich verlegt
Schonwieder nicht mehr da
Wo ich gestern noch war
Das beste wäre ich hätte mich
Überhaupt nicht bewegt

Immer wenn ich mich Planungen hingebe, verliere ich mich darin. Früher war es mir ziemlich egal, denn ich fand den Weg zurück. Heute schmerzt es in meinem Kopf, wenn ich versuche zurück zu gehen zu dem was ich eigentlich wollte. Ich werde aggressive und auf mich selber wütend. Die Welt sagt mir – reiß dich zusammen – und ich habe das Gefühl, das ich es schaffen könnte mich wirklich am Riemen zu reißen. Nur das ich dann noch böser auf mich selber werde wenn es nicht klappt. Die Kur ist nicht die große Rettung. Ich hoffe aber, dass ich zumindest einen Ausblick auf eine klare, entspannter Zeit erhaschen kann um wieder überhaupt Hoffnung zu haben.

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Januar 11

Es ist schlimm nicht arbeiten zu können

Mit Fieber oder kaputte Knochen kann man immer noch auf die Bühne stehen und seine Nummern durchziehen. Aber ohne Stimme bin ich aufgeschmissen. Die Kollegen helfen einen durch, oder ersetzen den einen oder Anderen so gut es geht, das heißt, die Show kann weiter gehen, aber der Kranke leidet trozdem. Meine Stimme kommt ganz langsam zurück, ab viel zu langsam um mich wirklich zu befriedigen. Ich weis noch nicht wie, aber ich will am nächsten Mittwoch auf der Bühne stehen, ob mit oder nur ein bisschen oder ohne Stimme. Ich halte es zuhause einfach nicht aus wenn die Show läuft.
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Mai 13

Im Augenblick geht es mir gut

– zumindest nicht ganz schlecht – glaube ich. Ich lebe in eine Welt, die fast immer nicht will wie ich. Schon als recht junger Mensch habe ich den permanenten Druck von Außen bewußt abgelehnt und mich gewehrt. Es fraß mich auf und war immer Feind meines Seins. Ich glaube nicht, daß ich auf dieser Welt bin, um stets, von mir nicht einzusehenden, Notwendigkeiten zu dienen. Es gibt durchaus Notwendigkeiten die für mich nachvollziehbar sind, obwohl ich als Pessimist und Grantkopp ständig darüber meckere, und leide, komme ich diese Notwendigkeiten nach. Ich habe einen Rhythmus mit dem ich fast immer wunderbar zu recht kam. Nicht abgeschottet von dieser Welt, sondern auf meiner Art integriert.
Meine Aufgaben habe ich immer zufrieden stellend erledigt. Nicht umsonst wurden mir Aufgaben angetragen wie Groß-Konzerte (Westfalen Halle Dortmund, Sporthalle Köln etc.), nicht umsonst wurden mir vom Kirchentag 100 000 DM für ein nicht existierendes, und dann im Abschluß hoch gelobtes Projekt angetragen. Ich arbeite nicht schlecht, aber auf meiner Art.
Ich habe Aus-Zeiten genommen für meine Kinder. Ob nun Krabbelgruppe, Kinder-laden oder Schule, alle haben ihre festen Zeiten. Notwendigkeiten die ich nachgehe. Nicht die Äußeren Notwendigkeiten an sich (Termine und Zeiten in den Einrichtungen), sondern die, von mir einsehbare, Notwendigkeit mich um meine Kinder zu kümmern.
Doch es hat sich bei mir einiges verändert. Seit wann oder wieso ist mir einfach nicht klar. Vielleicht liegt es daran, daß ich jetzt wieder mehr Zeit für mich habe. Früher war mein Lebensstil anarchisch. Ich kam, ging und tat was, wo und wie ich es wollte. Die von Außen an mir herangetragenen Notwendigkeiten habe ich locker nebenbei bewältigt, weil ich ansonsten „frei“ war. Mit der Familie hat sich vieles vom Grund auf verändert. Ich kam in ein Lebensrhythmus, daß nah dran war am „Normalen“. Meine Frei-Zonen mußte ich anders einteilen. Es war nicht mehr egal ob ich da bin oder nicht, ob ich genug Geld zu einer bestimmten Zeit verdiente oder nicht. Trotz Bewahrung von Frei-räumen fügte ich mich wieder in die „Gesellschaft“ ein. Ich schrieb weniger, aber ich schrieb. Ich spielte, musizierte weniger aber ich tat es im Rahmen der Frei-räume.
Jetzt könnte ich von meiner Zeit und Familiären Verpflichtungen her, wieder zurück zum anarchischen Leben. Aber ich mache es nicht. Vielleicht bin ich schon zu gesetzt, vielleicht zu alt, obwohl das kann’s nicht sein, vielleicht bin ich einfach zu faul geworden – vielleicht, vielleicht, vielleicht…..aber irgendwie habe ich immer zuviel zu tun. Die Welt klopft nicht, sie hämmert an meiner Tür, und das lähmt mich. Ich habe daß Gefühl die vielen Anforderungen nicht zu schaffen. Aber ich bin doch jetzt Frei – oder? Wenn ich Zeit habe um zu tun, tue ich nichts. Das betrifft in der Hauptsache meine kreative Seite. Indem ich den Teufel ein wenig mit dem Belzebub vertreibe und zumindest ein paar „offizielle“ Arbeiten zu mehr oder wenigen Festen Zeiten erledige, habe ich zumindest das notwendigste teilweise im Griff. Verwaltungkram für mich oder für die GbR der ich angehöre. Ich will es nicht, aber ich muß. Ich soll wollen und will aber nicht sollen.
Seit diesem Jahr mache ich als Präsident des Geierabends offizielle Eröffnungen, so mit Spruch und Band durchschneiden. Es gibt mir ein Hauch von was Neues aus dem alten. Nur es besteht aus 2 Teilen Sollen und nur ein Teil Wollen. Ich muß etwas außerhalb des Geierabends tun, ich muß Geld verdienen. Das Wollen Teil entsteht aus der Tatsache, daß es fast keine Vorschriften für mich gibt. Niemand schreibt mir Texte oder Vorgehensweise vor. Auch wenn ich mit schlechten Deutsch und teilweise unverständlichen Texten (Wirr) hantiere ist es mir egal. Keiner kann mir was vormachen. Ich bin ich. Mein Anarcho kann bei diesen Eröffnungen wieder halbwegs frei laufen. Es ist ein Lichtblick in meinem düsteren Leben.
Auch dieser Text entsteht nicht weil ich es will. Es ist eine Auftrags-Produktion die auch noch in meiner erzwungenen Arbeitszeit entsteht. Ich will nicht damit behaupten, daß dieser Text unnötig wäre, oder nur Zwang. Es hilft auch mir bei der Analyse meines Problems, bei meiner Blockade im Hirn. Vielleicht, aber nur vielleicht kann es mir auch helfen auf dem Weg vom Sollen zu Wollen. Vielleicht bin ich nicht geboren um frei zu sein. Obwohl die frage nach dem warum ich hier bin so nicht geklärt werden kann. Nach berge von Büchern würde ich es wahrscheinlich immer noch nicht wissen. Wenn ich einigermaßen gut drauf bin, beantworte ich mir die frage nach dem Warum mit – ist so – ist nicht zu ändern – joa pfff. Wenn ich schlecht drauf bin…..
Heute ist Donnerstag. Es ist ein schöner Nachmittag und ich sitze auf der Terrasse meiner Familie. Morgen ist dieses Schreiben fällig. Abgabe-Termin. Drei Wochen hatte ich Zeit etwas über meine Gefühle zu schreiben. Es gibt auch so vieles das hier nicht steht, aber wenn ich es schon vor drei Wochen geschrieben hätte, hätte es mir drei Wochen lang verfolgt. Es wäre immer wieder umgeschrieben worden und hätte mich wahrscheinlich noch tiefer in den Wahnsinn getrieben. Ich kann so was nur relativ spontan. Meine besten Lieder, Texte, Gedichte etc. entstanden alle spontan. Ein Text, das nicht nur gebügelt werden muß, sondern auch noch Inhaltlich bearbeitet werden muß, verliert in meinen Kopf. Je länger, desto eher landet es auf dem Müll. Das ist wahrscheinlich auch der Grund dafür, daß ich niemals einen Roman schreiben könnte. Ich habe es versucht. War nix. Teile, die mich ansprachen habe ich dann in Kurzgeschichten verarbeitet. Teile, die passierten und nicht erarbeitet wurden. Mein Leben passiert, und ich kann kaum gegen angehen, also lasse ich auch meine „Kunst“ passieren.

Geschrieben für meine Psycho-Theapeutin

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